Das Freilichtmuseum im Dorf Schuschenkoje in der Region Krasnojarsk vermittelt den Besuchern das Leben eines sibirischen Dorfes an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert. Hier kann man Bauernhäuser, Anwesen und andere Gebäude sehen, in denen die Atmosphäre jener Zeit nachgebildet wurde. Die Ausstellung ermöglicht es, mehr über den Alltag der Bewohner, ihre Berufe, Handwerke sowie über religiöse Überzeugungen und Bräuche zu erfahren.
Ursprünglich wurde das Museum zur Erinnerung an Lenins Aufenthalt in Schuschenkoje gegründet, wo er Ende des 19. Jahrhunderts im Exil war. Zwei Häuser, in denen er lebte, sind erhalten geblieben. Im Laufe der Zeit erweiterte sich die Ausstellung, und es wurde ein Museum mit Zweigstellen geschaffen. Der zentrale Teil von Schuschenkoje wurde für die Organisation des Museums ausgewählt. Anfang der 1990er Jahre, nach dem Zerfall der Sowjetunion, änderte die Einrichtung ihr Profil und wurde zum historisch-ethnografischen Museum „Schuschenkoje“, wobei die Ausstellung über Lenins Leben im Exil erhalten blieb.
Einige nennen diesen Ort immer noch das Lenin-Museum in Schuschenkoje.
Im Jahr 2011 entstand auf dem Gelände des Museums das „Neue Dorf“, wo Touristen in Häusern im alten Stil wohnen können.
Der Museums-Komplex umfasst 29 Häuser, von denen die meisten originale Bauwerke aus dem 19. Jahrhundert sind, die nur geringfügig restauriert wurden. Einige Häuser wurden aus anderen Orten transportiert, während andere im Stil jener Zeit neu gebaut wurden. Neben Wohngebäuden gibt es hier Wirtschaftsgebäude, Bäder, Scheunen, Ställe, einen Laden, ein Gemeindegericht und eine Kneipe.
Diese einzigartigen Bauwerke zeigen die Architektur und das Können der Baumeister jener Zeit. Die innere Einrichtung ermöglicht es, die Unterschiede im Lebensstil verschiedener Schichten der Landbevölkerung nachzuvollziehen. Besonders interessant ist die bäuerliche Holzmöbel: Stühle, Bänke, Schränke, Betten und Truhen.
Unter den wertvollen Exponaten finden sich Ikonen, Kleidung, Gegenstände der dekorativen und angewandten Kunst, Keramiktöpfe, Handtücher, Tischdecken, malerische und grafische Arbeiten sowie seltene Bücher.
Die Landwirtschaft war eines der Hauptbeschäftigungen der sibirischen Bauern, und die Sammlung von Arbeitsgeräten im Museum hilft zu verstehen, wie sie ihre Ernte anbauten. Hier sind Pferdepflüge, Eggen, Schaufeln, Hacken, Harken, Sichel, Siebe und andere Gegenstände versammelt.
Die Mitarbeiter des Museums erzählen nicht nur von alten Handwerken, die in der Schuschenkoje-Gemeinde verbreitet waren, sondern beleben auch deren Traditionen wieder. Auf dem Gelände gibt es Töpferei- und Fassbinderwerkstätten, man kann Holzschnitzerei und die Herstellung russischer Holzspielzeuge sehen. Im Souvenirladen werden Produkte lokaler Meister verkauft.
In zwei Häusern wurde die Lebensumgebung von Lenin während seiner Exilzeit nachgebildet.
Das Museum veranstaltet auch temporäre Ausstellungen von Kunstwerken, Fotografien und Büchern.
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