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Museumsgut Roshdestveno in der Leningrader Oblast

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Das Museumsgut „Roshdestveno“, das mit dem Schriftsteller Wladimir Nabokov verbunden ist, befindet sich im gleichnamigen Dorf in der Leningrader Oblast. Das Anwesen gehörte den Verwandten Nabokovs mütterlicherseits und ging nach der Revolution kurzzeitig in seinen Besitz über, doch die Familie musste Russland verlassen.

Heute beherbergt das Herrenhaus eine Ausstellung, die der Geschichte des Dorfes, dem Schicksal der Eigentümer des Anwesens sowie dem Leben und Werk Nabokovs gewidmet ist. Nach dem Besuch des Hauses kann man durch den Park spazieren, in dem einige Bäume bereits über zweihundert Jahre alt sind. Am Ende des Parks befinden sich Karsthöhlen und Quellen, von denen eine als heilig gilt.

Neben Nabokovs Anwesen kann man in Roshdestveno die alte Kirche der Himmelfahrt des Herrn besichtigen, die 1785 erbaut wurde, sowie die Kirche der Geburt der Heiligen Gottesmutter, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet wurde.

Unter Katharina II. erhielt das Dorf den Status einer Kreisstadt, der später durch einen Erlass von Paul I. aufgehoben wurde. 1797 wurde das Dorf dem Hofrat Nikolai Jefremov geschenkt. Das Anwesen hatte mehrere Besitzer, bis es Ende des 19. Jahrhunderts von Ivan Vasilievich Rukavishnikov, dem Großvater Nabokovs mütterlicherseits, erworben wurde.

Die Rukavishnikovs engagierten sich aktiv für die Verschönerung des Anwesens: Das Haus wurde renoviert, im Park entstanden Pavillons, Skulpturen, Gewächshäuser und ein Tennisplatz. Nach dem Tod von Ivan Vasilievich und seiner Frau wurde ihr Sohn Wasilij Eigentümer des Anwesens, der viel Zeit mit Reisen verbrachte. Dank seiner Leidenschaft füllte sich das Haus mit exotischen Gegenständen, wie einem ägyptischen Sarkophag.

In der Nähe von Roshdestveno lag das Dorf Batovo, wo sich das Anwesen der Nabokovs, den Großeltern des Schriftstellers, befand. Ihr Sohn Wladimir Dmitrievich lernte Elena Ivanovna Rukavishnikova beim Angeln kennen und machte ihr während einer Fahrradtour einen Heiratsantrag. 1899 wurde ihr Sohn Wladimir geboren, dessen Kindheit in Batovo und Vyra, dem Anwesen, das seine Mutter als Mitgift erhielt, verbrachte. In Roshdestveno besuchte Wladimir seinen Onkel, der ihn sehr liebte, und nach dessen Tod wurde er Eigentümer des Anwesens.

Die Ereignisse von 1917 zwangen die Familie zur Emigration, doch das Bild von Roshdestveno blieb in der Erinnerung des Schriftstellers, der diese Orte warmherzig beschrieb. Nach der Revolution wurde das Anwesen nationalisiert, im Haus wurde ein Studentenwohnheim für die Veterinärtechnikerschule eingerichtet. Während des Zweiten Weltkriegs war hier eine deutsche Ingenieureinheit stationiert. Nach dem Krieg wurde im Haus eine Schule eingerichtet, später zog ein Heimatmuseum ein.

Seit 1988 erzählt das Museum nicht nur die Geschichte des Dorfes, sondern auch das Leben des letzten Eigentümers, des emigrierten Schriftstellers Wladimir Nabokov. 1995 wurde das Gebäude des Anwesens stark durch ein Feuer beschädigt, konnte jedoch dank der Restauratoren wiederhergestellt werden.

Der Besuch des Museums beginnt mit der Bekanntschaft mit der Architektur des Anwesens, das auf einem Hügel liegt und somit für Vorbeifahrende sichtbar ist. Die rekonstruierten Innenräume der Zimmer, des Speisesaals, des Wohnzimmers und des Damenraums ermöglichen es, Porträts und Fotos von Familienmitgliedern zu sehen und interessante Fakten aus ihrer Biografie zu erfahren. Besonderes Augenmerk wird auf das Leben und Werk Nabokovs, seine Kindheit, das Leben in der Emigration, seinen kreativen Weg und seine Hobbys gelegt.

In der Ausstellung sind originale Gegenstände zu sehen, die Nabokov und seiner Familie gehörten. Obwohl der Schriftsteller Roshdestveno nur kurz besaß, sind viele angenehme Erinnerungen damit verbunden, wie zum Beispiel Treffen mit seiner ersten Liebe auf dem Balkon des Anwesens. Die Beschreibung des Anwesens findet sich auch in Nabokovs Werken.

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