Das Museum der Gefängniskunst ist wahrscheinlich das einzige private Museum in Russland, das diesem Thema gewidmet ist. Es wurde im Juni 2004 eröffnet und erfreut sich großer Beliebtheit bei Touristen.
Im Museum sind erstaunliche Exponate zu sehen, die von gefangenen Handwerkern geschaffen wurden. Diese Dinge wurden während Durchsuchungen in Kolonien beschlagnahmt und aus verschiedenen Justizvollzugsanstalten gesammelt. Die Exponate bestehen aus Alltagsmaterialien oder verbotenen Gegenständen, die illegal ins Gefängnis geschmuggelt wurden. Hier kann man Figuren aus Brot, verschiedene Holzsouvenirs, Dietriche, selbstgemachte Waffen und vieles mehr sehen. In der Ausstellung sind auch echte Briefe von Gefangenen an ihre Angehörigen zu finden.
Unter den Exponaten befindet sich ein einzigartiges Musikinstrument, eine selbstgemachte Gitarre. Ihr Korpus besteht aus Pappmaché, die Decke aus einem Brett, die Saiten aus einer Schnur, und anstelle von Wirbeln wurden Schrauben verwendet. Obwohl man auf der Gitarre spielen kann, klingt sie eher wie ein Weinen als eine Melodie. Neben ihr stehen Skulpturen aus schwarzem Brot mit Salz und Asche.
Die Gefangenen malen mit Öl auf Bettlaken und stellen heimische Landschaften oder biblische Szenen dar. Die Ikonen zeichnen sich durch detaillierte Ausarbeitung und viele kleine Details aus, deren Erstellung mehrere Monate in Anspruch nimmt. Eines der dargestellten Bilder ist mit einem kupfernen Rahmen verziert, der mit zerbrochenem Glas eingelegt ist. Im Museum kann man auch die Sixtinische Madonna sehen, die mit einem glühenden Nagel auf Sperrholz gebrannt wurde, sowie einen Miniaturschrein mit einem Ikonostase, der mit selbstgemachten Meißeln und Schnitzwerkzeugen aus Holz geschnitzt wurde.
Im Museum sind auch Kalt- und Schusswaffen ausgestellt, die von Gefangenen hergestellt wurden. Für die Herstellung von Messern und abgeschnittenen Waffen werden Aluminiumlöffel, Plastikfeuerzeuge, Rohre und rostige Ärmel verwendet.
Ein Raum des Museums ist einem ungewöhnlichen Exponat gewidmet. Durch ein Türspion öffnet sich der Blick auf eine Gefängniszelle mit Figuren in gestreiften Roben, die aus Wachs gefertigt sind. Gegen eine separate Gebühr kann man die Robe anprobieren und sich auf der Pritsche fotografieren lassen.
Der Besuch des Museums umfasst die Besichtigung der Exponate in zwei Sälen mit einer ausführlichen Erzählung des Guides in Form eines Wärters, der manchmal in der Gefängnissprache spricht. Im Museumsshop kann man seltene Literatur über das Leben der Gefangenen, Enzyklopädien über Gefängnistätowierungen und Wörterbücher der Gefängnissprache erwerben. Die Organisatoren des Museums hoffen, dass die Ausstellung die Besucher, insbesondere die jungen, zum Nachdenken über den Wert des Lebens in Freiheit und den Unterschied zwischen Kreativität in Freiheit und im Gefängnis anregt.
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