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Sonnenmuseum in Nowosibirsk

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In Nowosibirsk, im Zentrum von Wissenschaft und Bildung Russlands, wurde ein einzigartiges Museum eröffnet, das Teil eines der Forschungsinstitute ist. Die Ausstellung des Sonnenmuseums ist dem wichtigsten Himmelskörper der Menschheit gewidmet, nach dem es benannt ist. Das Sonnenmuseum ist ein geräumiger und heller Raum, ausgestattet mit Audioguides. Sein Ziel ist die Erforschung und Bewahrung des jahrhundertealten kulturellen Erbes, das mit der Verehrung der Sonne durch alte Zivilisationen verbunden ist. Hier sind archäologische Exponate und deren Kopien sowie Werke der dekorativen und angewandten Kunst aus Stoff, Holz, Metall und Stein zu sehen. Im Museum kann man Geld und Flaggen von Ländern mit Sonnenabbildungen sehen.

Das Museum hat mehrere Hallen, deren Rundgang es ermöglicht, in die Atmosphäre der Vergangenheit einzutauchen und zu verstehen, wie in der Antike der Sonnenkult entstand und wie er sich bei verschiedenen Völkern unterschied.

Altes Ägypten

Im Alten Ägypten schmückten Sonnensymbole die Kleidung des Pharaos Ramses II., der sich als Sohn des Ra, des Sonnengottes, betrachtete. Der Thron Tutanchamuns war mit einer Sonnenscheibe mit strahlenden Händen verziert. Auf Papyrus sind die Mysterien der Isis abgebildet, nach denen die Pharaonen das Recht erhielten, im Namen der Götter zu handeln. Im Museum sind Statuen ägyptischer Götter, die mit der Sonne verbunden sind, zu sehen: Ushabti, die Statue der Göttin Isis, Bastet, die Göttin in Gestalt einer Katze, und magische Attribute: der Heqa-Stab und das Nekhak-Zepter. Auch das Hymnus des Pharaos Echnaton an den Sonnengott Aton ist vertreten.

Indien

Die vedische Periode des alten Indiens ist von Geheimnissen umhüllt. Im Mittelpunkt der Kultur stand die Vergöttlichung des Sonnenlichts und der Himmelsphänomene. Der Sonnengott Surya wurde als Heiler, himmlischer Wächter und allsehendes Auge verehrt. Laut indischen Legenden gibt es zwei Rassen: die Chandravansha, die Mondrasse, und die Suryavansha, die Sonnenrasse. Ihre Unterschiede sind in den weiblichen Kleidungsstücken beider Rassen, wie Sari und Pechala, zu erkennen.

Nepal und Tibet

Die Traditionen der Völker Nepals und Tibets ähneln den indischen. Unter den Exponaten des Museums befinden sich singende Schalen und Glocken, Masken der Götter Suras und Asuras, deren Namen mit der Sonne, Surya, verbunden sind. Einen besonderen Platz nehmen die Figuren der drei Buddhas ein, die die Philosophie der drei Sonnen widerspiegeln. Laut dieser Philosophie gibt es drei Entwicklungsperioden der Menschheit, von denen jede ihre eigene spirituelle Sonne hat, den Retter von den Kräften des Bösen: Buddha Kashyapa, die Blaue Sonne der Vergangenheit, Buddha Gautama, die Rote Sonne der Gegenwart, Buddha Maitreya, die Weiße Sonne der Zukunft. Weiß symbolisiert Leben und Evolution, Blau, ultraviolette Sonnenstrahlen, Rot, Infrarotstrahlung. So verbanden die Denker jener Zeit Religion und Wissenschaft.

Indochina

In der Halle sind Modelle der Kronen von Rama, dem Prinzen der Sonnendynastie, und Sita, den Helden des „Ramayana“, ausgestellt. Die Tradition der Sonnenkrönung königlicher Dynastien hielt in Indochina über Jahrhunderte an. Auch mythische Figuren sind vertreten: der Feuervogel Apsarashti und der Sonnenbogenschütze I.

Süd- und Nordamerika

Im westlichen Hemisphäre betrachtete die Zivilisation der Inka sich als „Kinder der Sonne“. Das Wort „Inka“ bedeutet „Sonne“, daher war die Religion der Sonnenkult, und der Herrscher galt als seine Verkörperung auf Erden. In der Ausstellung ist ein Priester eines Indianerstammes in goldenen Schmuckstücken und einem glänzenden Kopfschmuck zu sehen, der die Verehrung des Sonnengottes symbolisiert. Die Inka stellten aus Gold Masken, Statuen von Göttern, die rituelle Wirra-Kugel zur Kommunikation mit den Göttern her und schmückten Tempel mit Gold.

Auch die Indianer Nordamerikas hatten kulturelle Elemente, die mit der Sonne verbunden waren: rituelle Tänze, Idole und Kopfbedeckungen von Kriegern aus Federn „sonniger“ Vögel wie Steinadler und Adler, Roach.

Altes Russland

In der großen Halle des Museums ist die Sonnensymbolik vieler Völker versammelt, die einst auf dem Territorium unseres Landes lebten. Sonnensymbole, Kreise, Rosetten, Spiralen symbolisieren das Streben nach Licht, Frieden und Einheit. Sie wurden in Stein und Metall eingraviert, auf Stoff gestickt und aus Holz geschnitzt. Der achtradiate Kolo, der Sonnenstein der alten Slawen, ist eines der eindrucksvollsten Symbole. Anhand davon verfolgten sie die Zeit nach der Sonne, berechneten astronomische Zyklen und sagten Ereignisse voraus. Nebenan ist der steinerne Balbal der Göttin der alten Türken Umay zu sehen. Hier sind auch die Rüstungen eines russischen Bogatyrs, die rituelle Kleidung eines altaiischen Schamanen, orthodoxe Ikonen und slawische Pysanky ausgestellt.

Im Sonnenmuseum finden Bildungs- und Kulturveranstaltungen statt. Zweimal im Jahr werden hier Feste zu den Tagen der Sonnenwende und der Tagundnachtgleiche gefeiert. Bemerkenswert ist, dass die Zahl der Besucher dieser Veranstaltungen jährlich steigt. Für Kinder wird traditionell ein Malwettbewerb zum Thema Sonne veranstaltet, und die Arbeiten der Gewinner werden zu Ausstellungen in andere Städte Russlands geschickt. Manchmal finden im Museum thematische Abende mit Auftritten von Musikensembles statt. All dies trägt zur Popularität dieser einzigartigen kulturellen Einrichtung bei.

Geo-Punkt

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