Das Museum für naive Kunst in Jekaterinburg ist Teil des Jekaterinburger Museums für bildende Kunst und bietet den Besuchern die Möglichkeit, Werke des Primitivismus kennenzulernen, die sich durch ihre Einfachheit auszeichnen. Naive Kunst umfasst die Malerei von autodidaktischen Künstlern, Skulpturen, Handarbeiten und andere Werke von Künstlern ohne künstlerische Ausbildung sowie Volkskunst.
Trotz des Fehlens formaler Ausbildung schaffen Volkskünstler und -handwerker sehr interessante Exponate. Museen für naive Kunst gibt es in Moskau, New York, Paris und Nizza, und viele große Kunstgalerien besitzen ähnliche Sammlungen. Naive Kunst hat anerkannte Meister der Malerei wie Marc Chagall, Kasimir Malewitsch, Michail Larionow und Natalja Goncharova inspiriert.
Das Museum für naive Kunst in Jekaterinburg wurde im November 2017 in einem alten Haus in der Rosa-Luxemburg-Straße eröffnet. Das 1884 vom Architekten A. I. Padutschev erbaute Herrenhaus gehörte lange Zeit G. S. Kudrin, dem Förster der Münzstätte des Jekaterinburger Kreises. Heute ist dieses Haus ein Denkmal von lokaler Bedeutung.
Die Grundlage der Ausstellung des Museums bilden Gemälde und Kunstgegenstände, die von dem Politiker und öffentlichen Aktivisten Jewgeni Roizman gesammelt wurden. Er sammelte seine Kollektion über 20 Jahre und stellte sie 2013 erstmals in Perm aus. Zwei Jahre später übergab Roizman die Exponate dem städtischen Museum für bildende Kunst. Dies ist nicht seine einzige Sammlung: In Jekaterinburg gibt es auch das Museum der Newjansk-Ikone, in dem einzigartige altgläubige Ikonen präsentiert werden.
Die Sammlung der naiven Kunst wird ständig erweitert, hauptsächlich mit Arbeiten von Ural-Meistern. Neben der ständigen Ausstellung organisiert das Museum regelmäßig temporäre thematische Ausstellungen.
Auf zwei Etagen des Museums befinden sich mehr als 10 Säle. Im ersten Saal sind Ikonen unbekannter Meister des 19. und frühen 20. Jahrhunderts ausgestellt. Die biblische Thematik setzt sich im zweiten Saal fort, wo man Holzskulpturen sehen kann, die Heilige und Szenen aus heiligen Büchern darstellen.
Es folgen Säle mit malerischen Bildern, die Blumenarrangements, Vögel und Stillleben zeigen. Besonders interessant sind die Glasarbeiten von A. N. Korowkin, darunter Geschirr und Figuren, sowie seine Gemälde mit biblischen und alltäglichen Motiven. Besonders bemerkenswert ist seine Malerei auf Glas, wie zum Beispiel „Die Gottesmutter mit dem Kind“ und „Heiliger Georg“.
In den nächsten Räumen können die Besucher Werke des Künstlers A. I. Jazykow sehen, der alltägliche Szenen aus verschiedenen Kulturen darstellt, Porträts von L. E. Trofimowa, Stillleben und biblische Motive von V. L. Kolbasov und N. Gorlanova sowie Arbeiten anderer Meister, Gegenstände der dekorativen und angewandten Kunst, Malerei, Skulptur und vieles mehr.
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