Alfons Maria Mucha, geboren am 24. Juli 1860 in Ivančice, Mähren, war ein tschechischer Künstler, Theaterdekorateur, Illustrator, Schmuckdesigner und Plakatkünstler, bekannt als einer der führenden Vertreter des Jugendstils. Muchas Werke zeichnen sich durch einen einzigartigen Stil aus, in dessen Mittelpunkt oft eine junge Frau slawischer Herkunft steht. Sie wird in freier Kleidung, mit üppiger Haarpracht und umgeben von Blumen dargestellt. Das Bild der Frau kann träge, geheimnisvoll, anmutig oder schicksalhaft sein, aber immer charmant. Die Kompositionen sind von komplexen pflanzlichen Ornamenten mit byzantinischen oder östlichen Motiven umrahmt.
Eines von Muchas letzten Werken ist das Gemälde "Russland der Bolschewiken". Darauf ist eine Frau zu sehen, die im Schnee sitzt, mit Händen in einer Pose, die an Stigmatisierung erinnert. Hinter dem Schneehügel lauert ein Rudel Wölfe, das auf ihren Tod wartet. Am Himmel strahlt ein Stern, der das Interesse des Künstlers an Esoterik widerspiegelt. Das Gemälde symbolisiert das russische Leiden und zeigt, dass die Seele der Frau in den Himmel aufsteigen wird, trotz ihrer körperlichen Qualen.
Dieses Werk, entgegen der Informationen aus Wikipedia, wurde 1933 und nicht 1922 geschaffen. Unter dem Titel "Russland der Bolschewiken" wurde es nur einmal ausgestellt, im Juli 1933 in Hradec Králové. Dieses Ereignis fiel mit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen der Tschechoslowakei und der UdSSR zusammen, was Proteste seitens der sowjetischen Diplomaten auslöste. Danach wurde das Gemälde in eine Privatwohnung in Prag gebracht und bis 1998 nicht mehr ausgestellt, als die Erben Muchas es im Mucha-Museum im Kounický-Palast in Prag präsentierten.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.
Um einen Kommentar zu hinterlassen, mit Google anmelden.