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Grab der polnisch-russisch-britischen Forscherin M.A. Chaplitzkaja

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Maria Antonina (Antoinette) Chaplitzkaja (25. Oktober 1884, 27. Mai 1921) war eine Kulturanthropologin mit polnisch-russisch-britischen Wurzeln, bekannt für ihre Forschungen zum sibirischen Schamanismus. Ihre Arbeiten sind in drei Hauptpublikationen erhalten: die Untersuchung der indigenen Völker Sibiriens (1914), das Buch „Mein Jahr in Sibirien“ (1916) und die Sammlung von Vorlesungen „Die Türken Zentralasiens“ (1918). Im Jahr 1999 veröffentlichte der Curzon Press Verlag diese drei Bücher erneut und fügte einen vierten Band mit ihren Artikeln und Briefen hinzu.

Chaplitzkaja wurde 1884 im Stadtteil Stara Praga in Warschau in eine verarmte polnische Adelsfamilie geboren. 1910 verließ sie Polen und setzte ihre Ausbildung an der London School of Economics unter Charles G. Seligman fort, bevor sie am Somerville College in Oxford bei R. R. Marett studierte und 1912 ihren Abschluss machte.

Marett unterstützte Chaplitzkaja dabei, ihr Wissen der russischen Sprache zu nutzen, um Literatur über sibirische Stämme zu studieren, was die Grundlage für ihr Buch „Die Ureinwohner Sibiriens“ bildete, das 1914 veröffentlicht wurde. Im selben Jahr wurde sie Mitglied der Royal Anthropological Society und nahm an der British Association for the Advancement of Science teil, wo sie Forschungen über die Verbindung zwischen Religion und Umwelt in Sibirien präsentierte.

Vor dem Ersten Weltkrieg reiste Chaplitzkaja zusammen mit der Ornithologin Maud Doria Haviland, der Künstlerin Dora Curtis und Henry Asher Hall nach Russland. Nach Kriegsbeginn setzten Chaplitzkaja und Hall die Expedition fort, während die anderen nach Großbritannien zurückkehrten. Sie reisten über 3000 Kilometer entlang des Jenissei.

Chaplitzkaja machte zahlreiche Fotografien von sibirischen Bewohnern und sammelte umfangreiche anthropometrische Daten und Beschreibungen ihrer Bräuche. Sie erhielt finanzielle Unterstützung vom Anthropologieausschuss des Pitt-Rivers Museums zur Sammlung von Proben aus Sibirien und übergab dem Museum 193 Objekte. Außerdem sammelte sie botanische Proben für das Herbarium von Fielding-Druce. Chaplitzkaja kritisierte den Begriff „arktische Hysterie“ und betonte die Bedeutung des kulturellen Relativismus.

1915 kehrte Chaplitzkaja nach England zurück und veröffentlichte 1916 ihr Tagebuch „Mein Jahr in Sibirien“, das populär wurde. Im selben Jahr wurde sie die erste weibliche Dozentin für Anthropologie in Oxford. 1920 wurde ihre Arbeit mit einem Murchison-Stipendium der Royal Geographical Society für Forschungen in Nord-Sibirien ausgezeichnet. Ihr finanzieller Zustand blieb jedoch instabil. Nach dem Ende ihres Stipendiums in Oxford im Jahr 1919 erhielt sie eine befristete Stelle an der Universität Bristol. 1921, ohne das Albert Kahn-Stipendium zu erhalten, nahm Chaplitzkaja sich das Leben.

Geo-Punkt

Могила польско-русско-британской исследовательницы Сибири М.А. Чаплицкой

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