Im Herbst 1941 griffen die faschistischen Truppen in der Region Brjansk die sowjetischen Militärteile an. Die Rotarmisten suchten Zuflucht in den dichten Wäldern von Brjansk, und am 24. Oktober 1941 fand sich eine Gruppe sowjetischer Soldaten im Walddorf Chatzun im Rajon Karatschew wieder. Zu dieser Zeit befanden sich im Dorf nicht nur die Einheimischen, sondern auch Flüchtlinge aus Brjansk und benachbarten Dörfern, die sich vor den Bombardierungen versteckten. Am Abend kamen deutsche Aufklärer mit Gefangenen ins Dorf. Die sowjetischen Soldaten befreiten die Gefangenen und töteten drei deutsche Soldaten. Sie wussten nicht, dass in der deutschen Armee der Befehl galt: Für jeden getöteten deutschen Soldaten sollten hundert Einheimische hingerichtet werden.
Am Morgen des 25. Oktober versammelten drei Gruppen von Straftruppen alle Dorfbewohner. Einige von ihnen wurden mit besonderer Grausamkeit hingerichtet, die anderen erschossen, und das Dorf wurde niedergebrannt. Infolge der Chatzuner Tragödie starben 318 Menschen, darunter Kinder.
An der Stelle des zerstörten Dorfes wurde 1977 ein Denkmal eröffnet. Im Jahr 2009 wurde der Memorialkomplex restauriert und mit neuen Objekten nach dem Entwurf des Architekten Alexander Panchenko ergänzt.
Eines dieser Objekte wurde das Memorialmuseum. Seine Ausstellung ist in zwei Teile gegliedert. Der erste Teil, in dem Werkzeuge und Alltagsgegenstände präsentiert werden, erzählt vom friedlichen Leben des vor dem Krieg existierenden Dorfes. Der zweite Teil ist den tragischen Ereignissen des 25. Oktober 1941 gewidmet. Am Eingang zum Ausstellungsraum befindet sich eine Karte der Region Brjansk mit Markierungen fast 1000 verbrannter Dörfer und Siedlungen, deren Geschichte über elektronische Terminals abgerufen werden kann. In diesem Teil des Museums sind auch deutsche Fotografien von Massenschießereien und Hinrichtungen sowie Listen der Erschossenen ausgestellt. Brjanskische Künstler schufen Bilder mit schockierenden Szenen, die auf deutschen Berichten und sowjetischen Archivdokumenten basieren, um die ganze Grausamkeit der Vergeltung gegen die Einwohner zu zeigen.
Auf dem Platz vor dem Museum stehen 28 Granitstelen mit Informationen über die Opfer des Faschismus in jedem der 28 Bezirke der Region Brjansk.
Auf dem Gelände des Memorialkomplexes, an der Stelle der Massengräber der Opfer der Tragödie, wurden Platten mit den Namen der Verstorbenen aufgestellt, die entsprechend der Reihenfolge der Häuser der erschossenen Familien angeordnet sind.
Heute gibt es im Memorialkomplex auch eine orthodoxe Kapelle mit goldenen Tränen auf der Kuppel und ein Obelisk der militärischen Ehre. Hier befindet sich auch die Gedenkmauer mit einer sechs Meter hohen Skulpturengruppe, die einen alten Mann darstellt, der eine weinende Mutter mit Kind vor Bajonetten schützt. Der Autor der Komposition ist der Bildhauer Alexander Romaschewski.
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