Das Haus, in dem der Ural-Schriftsteller A. P. Bondin lebte und arbeitete, wurde als Denkmal von regionaler Bedeutung anerkannt. Es wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erbaut und stellt ein Beispiel für die Holzarchitektur des Mittleren Ural zu dieser Zeit dar. Das Gebäude bestand aus zwei einstöckigen Häusern unter einem gemeinsamen Dach, in denen sich zwei Wohnungen befanden. In einer von ihnen lebte die Familie Bondin in den Jahren 1935 und 1939.
Im Jahr 1942 wurde auf Beschluss des Stadtkomitees von Nischni Tagil an dem Haus eine Gedenktafel mit der Inschrift angebracht: „In diesem Haus lebte und arbeitete der Ural-Schriftsteller A. P. Bondin. 1882, 1939 Jahre“. Seitdem wurde die Wohnung, in der die Witwe des Schriftstellers mit ihrer Schwester lebte, zu einem inoffiziellen Museum. Während des Großen Vaterländischen Krieges besuchten hier Moskauer Literaten wie M. S. Schaginjan, E. A. Permjak, der Leningrader V. P. Barmin sowie die Sverdlovsker Schriftsteller P. P. Batschow, B. A. Dischur, K. V. Bogoljubow, K. V. Roshdestvenskaja, E. E. Chorinskaja und B. S. Rjabinin. Die Witwe des Schriftstellers, Alexandra Samuilowna, bewahrte sorgfältig sein Archiv und sammelte biografische Dokumente, Fotografien und Erinnerungen von Zeitgenossen.
Zum hundertsten Geburtstag von A. P. Bondin im Jahr 1982 wurde das Museum renoviert und eine neue Ausstellung geschaffen, deren Autoren T. N. Petruchina und S. I. Petrova waren. Die Nischni Tagiler Eisenbahngesellschaft, bei der der Schriftsteller einst arbeitete, beteiligte sich aktiv an der Rekonstruktion. Im Gedenkteil des Hauses wurde die Atmosphäre des Wohnzimmers und des Arbeitszimmers von Bondin nachgebildet, während im Teil, wo die Nachbarn lebten, eine neue Ausstellung „Leben und Werk des Schriftstellers A. P. Bondin“ sowie die Ausstellung „Geschichte des literarischen Lebens in Nischni Tagil“ untergebracht wurde. Im Jahr 1993 wurde die Ausstellung aktualisiert, die Themen des Schaffens von Bondin und des literarischen Lebens der Stadt wurden erweitert. Die Autorin der Rekonstruktion war M. A. Bojkova, die Leiterin des Memorial-Literaturmuseums.
Das Museum A. P. Bondin ist ein wichtiges Zentrum des literarischen Lebens in Nischni Tagil. Seit 1992 treffen sich hier die Mitglieder des Literaturstudios „Stufen“, aus dem viele talentierte Dichter hervorgegangen sind. Im Museum gibt es auch ein Kinderliteraturcafé und wechselnde Ausstellungen.
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