Savva Mamontov, Unternehmer mit künstlerischer Seele
Savva Ivanovich Mamontov (14. Oktober 1841, 6. April 1918) war ein bekannter russischer Industrieller und Mäzen. Er spielte eine Schlüsselrolle beim Bau großer Eisenbahnstrecken in Russland, wie den Linien von Jaroslawl nach Archangelsk und Murmansk sowie von dem Donbass nach Mariupol. Darüber hinaus gründete Mamontov das Mytischtschi-Wagenbauwerk und den "Abramzewo-Künstlerkreis".
In seinem Anwesen in Abramzewo versammelten sich über viele Jahre herausragende russische Künstler und schufen dort. In dem roten Salon des alten Landsitzes trafen sich oft seine Freunde, darunter I.E. Repin, V.M. und A.M. Wjasnezow, V.D. Polenow, I.S. Ostrouchow, M.A. Wrubel, M.V. Nesterow, N.V. Nefrew, M.M. Antokolsky, V.A. Serow, V.A. Korowin, I.I. Lewitan, F.I. Schaljapin und viele andere.
Obwohl der Kreis kein strenges Programm oder eine Satzung hatte, vereinte alle Teilnehmer ein gemeinsames Ziel, die Wiederbelebung der besten nationalen Traditionen in der Kunst und die Verbindung von Kunst mit dem Leben des modernen Menschen. Sie strebten die Entwicklung der russischen Nationalkunst an, basierend auf der Volkskunst und ihren Traditionen.
Savva Mamontov hatte die einzigartige Fähigkeit, talentierte Menschen zu erkennen. Er war einer der ersten, der das Ausmaß des Talents von V.M. Wjasnezow und M.A. Wrubel erkannte, als ihre Arbeiten den Umstehenden noch unverständlich und unnötig erschienen.
Die Aktivitäten des Mamontov-Kreises lassen sich mit seinen Worten zusammenfassen: „Man muss das Auge des Volkes an das Schöne an Bahnhöfen, in Tempeln, auf den Straßen gewöhnen.“
Savva Ivanovich Mamontov starb 1918, ohne die Schrecken der Revolution zu erkennen, da sein Verstand ihn bereits verlassen hatte. Er wurde in Abramzewo beigesetzt.
Bei der Trauerfeier bemerkte V. Wjasnezow: „Solche Menschen wie Savva Ivanovich sind für uns Russen besonders wichtig zu schätzen... Es braucht Persönlichkeiten, die nicht nur Kunst schaffen, sondern auch die Atmosphäre, in der sie sich entwickeln und vervollkommnen kann. So waren die Medici in Florenz, Papst Julius II. in Rom und all diese Schöpfer einer künstlerischen Umgebung. So war auch unser verstorbener Freund."
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