Historiker marxistischer Richtung behaupten oft, dass das vorrevolutionäre Russland ein rückständiges Land war und dass es in der Provinz an Technik mangelte. Wenn sie jedoch die vorrevolutionären Zeitungen genau studiert hätten, hätten sie wahrscheinlich die Werbung für den Landmaschinenladen in der Moskauer Straße 107 bemerkt.
Dieser Laden wurde 1915, zur Zeit des Ersten Weltkriegs, eröffnet, was nicht die beste Zeit für das Land war. Der Gründer war die Wirtschaftliche Handels- und Industriegesellschaft, die eine Vielzahl von landwirtschaftlichen Maschinen, hauptsächlich aus einheimischer Produktion, anbot. Im Sortiment waren Mähmaschinen mit Benzinmotor, Sämaschinen, Häcksler und sogar ein Lokomobil, eine spezielle Maschine zum Transport schwerer Technik, eine Art eiserner Gaul. Darüber hinaus verkaufte die Gesellschaft Ersatzteile für landwirtschaftliche Maschinen. Somit entspricht die Behauptung über die technologische Rückständigkeit Russlands nicht der Realität. Das einzige Problem könnte der hohe Preis der Maschinen gewesen sein, die nur für Gutsherren oder wohlhabende Bauern erschwinglich waren. Aber auch heute kann sich nicht jeder ein teures Auto leisten.
Insgesamt war die Landwirtschaft in Russland auf einem ziemlich hohen Niveau. Das Imperium belegte den ersten Platz im Getreideexport und den zweiten Platz im Ölexport, was dem Land erhebliche Einnahmen brachte.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.
Um einen Kommentar zu hinterlassen, mit Google anmelden.