Die Kirche St. Katharina, die einzige aktive lutherische Kirche in St. Petersburg, ist im klassizistischen Stil erbaut. Die Geschichte der Gemeinde beginnt im Jahr 1728, als in einem gewöhnlichen Haus ein kleines Gebetszimmer für die örtlichen Lutheraner eingerichtet wurde. Bald darauf wurde an diesem Ort eine vollwertige Kirche erbaut, die die erste nicht-orthodoxe Kirche auf der Insel Wasiljewski wurde. Sie wurde am 2. September 1744 geweiht. Ursprünglich trug die Kirche den Namen des Apostels Petrus, aber im Jahr 1768 wurde ein neuer Tempel errichtet, der zu Ehren der Heiligen Katharina geweiht wurde. Dieses Gebäude im klassizistischen Stil wurde von dem bekannten Architekten deutschen Ursprungs, Juri Matwejewitsch Felten, entworfen.
Die Kirche St. Katharina wurde schnell zu einem der religiösen Zentren der Lutheraner in der Hauptstadt und zeichnete sich durch ihre Schönheit aus. Sie war zweigeschossig und mit zahlreichen architektonischen Elementen im Stil des frühen Klassizismus geschmückt. Im Altar befanden sich Reproduktionen bekannter religiöser Gemälde, und ein besonderes Highlight der Gemeinde war die prächtige Orgel, die 1852 gebracht wurde. Während der Gottesdienste war die Kirche immer voll, und die Pastoren waren angesehene religiöse Persönlichkeiten. So ging es bis 1917 weiter, danach wurde die Gemeinde verfolgt und geschlossen. Das Kirchengebäude wurde als Klub für Bergleute genutzt, später beherbergte es ein Institut und ein Tonstudio. Erst 1989 wurde das Gebäude der lutherischen Kirche zurückgegeben und restauriert. Heute ist die Gemeinde wiederbelebt, und in der Kirche wurde erneut eine Orgel installiert, die die während der Sowjetzeit verlorene ersetzt.
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