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Literarisches Haus, das Haus der Klassiker

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Die Mietskasernen in St. Petersburg stellen eine einzigartige Welt mit unverwechselbaren Schicksalen und fesselnden Geschichten dar. Sie wurden zum Vermieten von Wohnungen gebaut, sodass hier sowohl gewöhnliche Beamte als auch Vertreter der kreativen Intelligenz leben konnten.

Aufgrund der großen Anzahl von Schriftstellern, Verlegern und Redakteuren erhielt das Haus des Kaufmanns Lopatins in der Newski-Prospekt 68 den inoffiziellen Namen Literarisches Haus. In seinen Mauern wurden große Werke geschaffen, die heute als Klassiker gelten. Hier wurden die Schicksale von Schriftstellern wie Nekrasov, Dostojewski und Turgenew entschieden. Im Laufe der Zeit wurde dieses Mietshaus zu einem wichtigen Teil des kulturellen Lebens in Petersburg, trotz seines tragischen Schicksals blieb es mit herausragenden Talenten Russlands jener Zeit verbunden.

Mietshaus am Newski-Prospekt

Seit 1711 gehörte das Grundstück im Bereich der Fontanka der Tochter von Peter I, Anna, aber der Bau begann nicht sofort. Der Newski-Prospekt begann gerade erst sich zu formen, und die Brücke über die Fontanka existierte nur auf dem Papier.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begannen neue Eigentümer mit dem Bau. Der Kaufmann Dechterev baute zwei vierstöckige Häuser mit Fassaden zum Newski. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ging das Grundstück und die Gebäude an den Kaufmann Lopatins über, der aktiv mit dem Bau begann. Bis 1840 wurde sein Haus eines der größten in der Stadt. Zu den bestehenden Gebäuden kam ein neuer vierstöckiger Trakt hinzu, der zur Fontanka ausgerichtet war, dessen Projekt dem erfahrenen Architekten Wasilij Morgan anvertraut wurde. Dieser Trakt hat bis heute überlebt.

Berühmte Bewohner

Nach Abschluss des Baus im Jahr 1840 wurde das Haus Lopatins am Newski-Prospekt zum Wohnort der kreativen Intelligenz. Hier lebten der Herausgeber der Zeitschrift „Sowremennik“ Ivan Panaev mit seiner Frau, der Redakteur Ivan Krajevskij und die Schauspielerin Varvara Asenkova.

Der Umzug des Kritikers Wissarion Belinskij an den Newski-Prospekt war ein wichtiges Ereignis für das Literarische Haus. Er lebte hier vier Jahre, nachdem er aus Moskau für die Arbeit in der Zeitschrift „Otechestvennye Zapiski“ gezogen war. Belinskij wurde sowohl von bekannten Schriftstellern als auch von aufstrebenden Autoren besucht. Im Haus Lopatins verkehrten Dostojewski, Goncharov, Kavelin, Herzen und andere. Hier bildete sich ein kreativer Zirkel, der bis zum Frühling 1846 bestand.

Das Schriftstellerleben im Mietshaus Lopatins

Das Literarische Haus war nicht nur ein Treffpunkt, sondern auch ein Arbeitsraum für Belinskij, der hier einen Zyklus von Artikeln über Puschkin schrieb. Ivan Turgenew brachte hier sein erstes Werk, das Gedicht „Parasha“, und erhielt eine positive Rückmeldung in den „Otechestvennye Zapiski“.

Fjodor Dostojewski fand ebenfalls Unterstützung bei Belinskij, der seinen Roman „Biednye Ljudi“ hoch schätzte. Nach einem Konflikt mit Turgenew brach Dostojewski jedoch mit dem Zirkel.

Turgenew lebte etwa ein halbes Jahr im Literarischen Haus und arbeitete an „Zapiski Okhotnika“. Hier wurde auch das Schicksal von Nikolai Nekrasov entschieden, dessen Gedichte Belinskij hoch schätzte, während er die Prosa kritisierte.

Nach dem Weggang Belinskijs im Jahr 1846 zerfiel der Zirkel, aber das kreative Leben im Haus ging weiter. In den 1850er Jahren lebte Fjodor Tjutchev hier. Im Jahr 1905 wurde im Gebäude der Verlag der Zeitung „Novaya Zhizn“ eröffnet und eine Ausstellung der Futuristen fand statt.

Ein neues Leben des Gebäudes nach der Revolution

Nach 1918 wurde das Literarische Haus vom Exekutivkomitee besetzt. In den Blockadejahren wurde das Gebäude durch einen Granatsplitter beschädigt. Die Wiederherstellung begann 1947 unter der Leitung des Architekten Schurawljow. Im Jahr 1974 erhielt der Trakt an der Fontanka den Status eines historischen Denkmals, und 1999 wurde auch die Fassade am Newski in das Schutzobjekt aufgenommen.

Der Untergang und die Wiedergeburt des Literarischen Hauses

In den 2010er Jahren wurde das Literarische Haus als baufällig erklärt und abgerissen, trotz der Proteste von Aktivisten. Die wiederhergestellte Fassade entspricht dem Entwurf der Mitte des 20. Jahrhunderts, jedoch mit einem zusätzlichen Stockwerk. Heute ist das Gebäude zu einem Geschäftscenter geworden, und nur Gedenktafeln erinnern an seine Vergangenheit.

Geo-Punkt

Литературный дом, дом, где рождалась классика

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