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Lisanewitsch Boris Nikolajewitsch

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Das Leben von Boris Nikolajewitsch Lisanewitsch könnte die Grundlage für einen fesselnden Film sein. Er freundete sich mit Königen an, verwandelte Nepal in ein Touristenziel, fing einen menschenfressenden Tiger und wurde einer der wohlhabendsten Menschen in Asien. Er wurde am 4. Oktober 1905 in Odessa in eine wohlhabende Adelsfamilie geboren und interessierte sich schon in seiner Kindheit für Kunst. Gerade die Liebe zum Ballett rettete ihm eines Tages das Leben. Nach der Revolution emigrierte er als Künstler des Odessaer Opern- und Balletttheaters. Einige Zeit trat Lisanewitsch im Russischen Ballett von Diaghilev auf, und 1933 war er auf Tournee in Asien. Diese Reise veränderte sein Schicksal.

Lisanewitsch war von der lokalen Kultur fasziniert und beschloss, in Indien einen Club für Aristokraten zu eröffnen. Er kaufte einen Palast und verwandelte ihn in ein Restaurant. Dieses Etablissement ermöglichte es ihm, in die hohe Gesellschaft einzutreten und Kontakte zu einflussreichen Personen zu knüpfen. Zu dieser Zeit begeisterten ihn die englischen Generäle für die Tigerjagd, die normalerweise auf Elefanten stattfand. Lisanewitsch war darin erfolgreich und tötete sogar einen menschenfressenden Tiger, der die Bewohner der umliegenden Dörfer angriff.

Bald knüpfte der charmante Odessaer freundschaftliche Beziehungen zu indischen Königshäusern und beteiligte sich aktiv an der Rückkehr des Königs von Nepal, Tribhuvan, auf den Thron. Als Dank schenkte ihm der König einen prächtigen Palast. Lisanewitsch ließ dort Abwasser, Telefon und Elektrizität verlegen und verwandelte die Residenz in ein schickes Hotel mit einem Restaurant für russische Küche. In seinem "Königlichen Hotel" logierten berühmte Persönlichkeiten wie Elisabeth II., Woroschilow, Tereschkowa, Agatha Christie, Jean-Paul Belmondo, Igor Strawinsky und andere.

Darüber hinaus entwickelte Lisanewitsch aktiv den Tourismus und machte Nepal für Reisende attraktiv. 1959 bezeichnete das Magazin Life ihn als die zweite Sehenswürdigkeit Nepals nach dem Everest. Lisanewitsch starb 1985 in Kathmandu.

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