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Lewtschenko Wera Wassiljewna

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Wera Kholodnaya, die anerkannte Königin des Stummfilms, hinterließ trotz ihrer kurzen Karriere von nur vier Jahren einen bedeutenden Fußabdruck im Kino. In dieser Zeit wurde sie zur beliebtesten Schauspielerin, die Menschenmengen in die Kinos zog, die nicht so sehr wegen der Filme, sondern um sie zu sehen, kamen. Filme wie „Vergiss den Kamin, das Licht ist erloschen“ und „Schweig, Traurigkeit… schweig…“, die dem Zirkusleben mit ihrer Beteiligung gewidmet sind, erzielten Rekordeinspielergebnisse im vorrevolutionären Russland.

Kholodnaya hatte feine Gesichtszüge, ausdrucksvolle traurige Augen und schönes Haar. Sie spielte dramatische Rollen und wurde zum Symbol für Weiblichkeit und das ästhetische Ideal der Schönheit ihrer Zeit. Wera stellte ein neues dekadentes Bild im russischen Kino dar, das das traditionelle Bild der „backigen, rosigen russischen Schönheit“ der 1910er Jahre ersetzte.

Ihr Leben war von Geheimnissen und Gerüchten umgeben: Sie wurde als Geliebte des berühmten Banditen Mischka Japontschnik oder sogar als französische Spionin bezeichnet. Kholodnaya handelte oft anders als ihre zeitgenössischen Schauspielerinnen. Sie entwarf selbst Hüte und Kleider, machte ihre Frisuren eigenhändig. An Feiertagen bereitete sie ihre Lieblingsgerichte zu, wie den Salat „Olivier“, Fisch mit Mayonnaise und Krüschon.

Ihre schauspielerische Tätigkeit setzte sich während des Ersten Weltkriegs fort. Kholodnaya nahm an Wohltätigkeitskonzerten und dem Verkauf von Geschenken zur Unterstützung von Soldaten und ihren Familien teil. Die Soldaten liebten sie, nannten sie „ihre Wera“ und besuchten aktiv ihre Vorstellungen. In den Pausen zwischen den Dreharbeiten fuhr sie an die Front zu ihrem Mann, der freiwillig in den Krieg gezogen war.

Trotz verlockender Angebote aus dem Ausland weigerte sich Wera, Russland zu verlassen, da sie dies für falsch hielt. Leider endete ihr Leben früh, sie starb mit 26 Jahren an der Spanischen Grippe, einer schrecklichen Epidemie jener Zeit.

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