In Russland sagt man oft, dass eine Frau sowohl ein Pferd im Galopp stoppen als auch in ein brennendes Haus eintreten kann. Ein Beispiel für solchen Mut ist die Kosakin Alexandra Jefimowna Lagereva, die sich während des Ersten Weltkriegs einen Namen machte. Von klein auf war sie ungestüm und unruhig, und eines Tages, nachdem sie gefälschte Dokumente auf den Namen Alexander Jefimowitsch Lager erstellt hatte, trat sie als Junge in ein Kosakenregiment ein. Alexandra bewies sich als hervorragende Spionin und gewann schnell den Respekt ihrer Kameraden. Doch eines Tages verließ sie das Glück.
Während eines Kampfes gerieten sie und drei ihrer Kameraden in Gefangenschaft. Sie wurden über Nacht in einer Kirche eingesperrt, unter dem Schutz eines Wachsoldaten. Das stellte sich als verhängnisvoller Fehler für die Deutschen heraus. Lagereva schlug vor zu fliehen. Die Kosaken brachen das Gitter am Fenster auf und halfen Alexandra, hinauszukommen. Sie schlich sich leise an den Wachsoldaten heran und tötete ihn mit einem Stein. Dann ergriffen die Kosaken die Pferde und machten sich auf den Weg zu ihren Leuten. Auf dem Weg trafen sie drei Kavalleristen, die vor einer großen Gruppe deutscher Ulanen warnten. Alexandra schlug vor, einen Hinterhalt zu legen, und entwickelte schnell einen Angriffsplan.
Der Angriff war so kühn und schnell, dass der Feind glaubte, sie seien von einem Haupttrupp russischer Kräfte angegriffen worden. Letztendlich ergaben sich 18 Kavalleristen einer kleinen Gruppe von Kosaken ohne einen einzigen Schuss. Als Trophäen erbeuteten sie ein Maschinengewehr und zahlreiche geheime Dokumente. Dafür wurde Alexandra mit dem Georgs-Kreuz ausgezeichnet. Die zweite Auszeichnung erhielt sie für den Kampf bei der polnischen Stadt Tarnów. Trotz einer schweren Verletzung am Arm setzte sie den Angriff fort und vertrieb den Gegner von den Positionen. Danach wurde sie zur Behandlung in ein Lazarett geschickt, wo sich herausstellte, dass sich hinter dem Kavalleristen ein Mädchen verbarg. Danach wurde Lagereva höflich aus dem Dienst entlassen und mit Ehren nach Hause geschickt. Leider gehen die weiteren Informationen über sie verloren.
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