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Kudrjazeff Nikolai Galaktionowitsch

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Die Schule der russischen Architektur ist seit jeher für ihre Meister bekannt, und Nikolai Galaktionowitsch Kudrjazeff, ein erblicher Architekt, bildete da keine Ausnahme. Geboren am 14. Februar 1856, erhielt er eine gute Ausbildung und folgte den Fußstapfen seines Vaters. Bereits mit 23 Jahren wurde Kudrjazeff Mitglied der Petersburger Gesellschaft der Architekten und arbeitete gleichzeitig im Bauausschuss des Innenministeriums. Er war ein vielseitiger Mensch und wurde 1889 zum Mitglied der Stadtverordnetenversammlung von St. Petersburg gewählt, was damals als prestigeträchtig galt.

Das Leben von Nikolai Galaktionowitsch verlief erfolgreich: Er widmete sich seiner Lieblingsbeschäftigung und hatte ein gemütliches Anwesen in der Nähe der Stadt Luga. Kudrjazeff erhielt zahlreiche Aufträge und leistete einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung der russischen Architektur an der Wende zum 20. Jahrhundert. Sein bekanntestes Projekt war die Kasaner Kirche in Luga, deren Grundstein 1901 gelegt wurde. Die Kirche überstand die 30er Jahre und wurde während des Krieges von den Deutschen restauriert. Der Architekt ging bei dieser Arbeit besonders sorgfältig vor: Er entwarf nicht nur das Projekt und überwachte dessen Ausführung, sondern schenkte der Kirche auch eine seltene Reliquie, ein Kreuz mit einem Teil des Kreuzes des Herrn und des Felsens von Golgatha. Die Kirche wurde im byzantinischen Stil erbaut, und ihre Weihe fand 1904 statt.

Neben der Arbeit an Aufträgen entwickelte und realisierte Kudrjazeff eigenständig den Plan für den Bau der Familiengrabkirche St. Dreifaltigkeit, die er als Familienkirche geplant hatte, doch das Schicksal entschied anders. Selbst nach dem Machtantritt der Bolschewiken wollte er sein Heimatland nicht verlassen. 1918 wurde ihm sein Eigentum entzogen und er ins Ausland ausgewiesen, doch er kehrte zurück und lebte bis 1937 in der UdSSR. Trotz zahlreicher Verhaftungen wurde er nicht erschossen, sondern erneut ausgewiesen, dank seiner ausländischen Staatsbürgerschaft. Die letzten Lebensjahre verbrachte Nikolai Galaktionowitsch mit seiner Familie in Helsinki, wo er 1941 starb und auf dem russischen Nikolai-Friedhof beigesetzt wurde.

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