Nach der Oktoberrevolution 1917 fanden viele unserer Landsleute im Exil Zuflucht, und eines der Länder, das sie aufnahm, war Finnland. Unter den russischen Emigranten sticht der Architekt Ivan Kudrjazeva hervor. Er wurde am 13. April 1904 geboren und war von Kindheit an Staatsbürger Finnlands, obwohl er in dem ehemaligen Sankt Petersburg lebte. In dieser Stadt erhielt er seine Ausbildung und wurde 1938 aufgrund seiner Staatsangehörigkeit nach Finnland ausgewiesen. So begann der Auslandsabschnitt im Leben von Ivan Nikolajewitsch Kudrjazeva, der bereits ein anerkannter Fachmann war.
In Finnland erlernte Kudrjazeva schnell die schwedische Sprache, die im Land den zweiten offiziellen Status hatte, und fand eine Anstellung bei der Firma „Paul Buman“. Dort beschäftigte er sich mit den Zeichnungen von Ingenieurausrüstungen und der Gestaltung von Innenräumen. Bald begann der Krieg zwischen Finnland und der UdSSR. Kudrjazeva wurde zum Militärdienst einberufen und verbrachte mehrere Monate an der Front. Nach dem Krieg setzte er seine Karriere in seiner Firma fort und erreichte die Position des Direktors. Kudrjazevas Leben verlief erfolgreich, er hatte alles, was er brauchte, und fand eine neue Heimat.
Doch das Hauptwerk seines Lebens blieb die Architektur. Ehrenamtlich beschäftigte er sich mit der Planung und dem Bau orthodoxer Kirchen. Dank seiner Bemühungen entstand auf dem orthodoxen Friedhof in der Hauptstadt Finnlands die neue Iljinskaja-Kirche, und im Neuen Valamo-Kloster wurde die Verklärungskathedrale erbaut. Sein letztes Werk war eine orthodoxe Kirche in Järvenpää. Kudrjazeva plante, eine Kathedrale in Stockholm zu bauen, doch dieses Projekt blieb unerfüllt. Er war auch mit der Rekonstruktion und Reparatur von Kirchen beschäftigt.
Ivan Nikolajewitsch lebte ein langes Leben und starb am 13. August 1995 im Alter von 91 Jahren. Er wurde in der Familiengruft auf dem orthodoxen Friedhof in Helsinki beigesetzt. Zu Lebzeiten schätzte Kudrjazeva besonders den russischen Architekturstil, und nach seinem Tod wurden auf dem Grabstein die Kuppeln einer orthodoxen Kirche abgebildet.
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