Zu Beginn des letzten Jahrhunderts fanden sich über eine Million unserer Landsleute im Exil wieder, für immer ihrer Heimat beraubt, und niemand konnte diesen Verlust ausgleichen. Doch König Alexander Karađorđević des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen tat alles, um den Russen ein angenehmes Leben in seinem Land zu ermöglichen. Nachdem er seine Jugend in Russland verbracht hatte, liebte er dieses Land aufrichtig und litt mit ihm aus vollem Herzen.
Schon als Thronfolger erhielt Alexander eine ausgezeichnete Ausbildung in St. Petersburg, im Pagenkorps, und plante sogar, die älteste Tochter von Nikolaus II. zu heiraten, doch der Erste Weltkrieg zerstörte seine Pläne. Als König von Serbien nahm er aktiv am Schutz seines Landes teil und übernahm 1921 die Führung des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen. Alexander vergaß die guten Taten der Russen für sein Volk nicht und nahm zehntausende Exilanten aus Russland herzlich auf. Er unterstützte persönlich die Verlegung der Russischen Armee unter Baron Wrangel nach Serbien und bot den Emigranten umfassende Hilfe, von finanzieller bis hin zu alltäglicher Unterstützung.
Dank der Unterstützung von König Alexander konnten russische Kinder und Jugendliche ihre Ausbildung fortsetzen: Es wurden Gymnasien, Kadettenkorps und Junkerschulen eröffnet. Der Monarch selbst beteiligte sich aktiv am Leben der russischen Emigranten und erkannte, welche wichtige Rolle sie für die Entwicklung seines Landes spielten. Die besten russischen Fachkräfte, Architekten, Ärzte, Ingenieure, Lehrer und Vertreter anderer Berufe halfen Jugoslawien, sich nach dem Krieg zu erholen. Im Gegenzug zeigten die Serben den Emigranten die Gastfreundschaft, die Menschen, die ihre Heimat verloren hatten, dringend benötigten.
Leider nahm das Schicksal von König Alexander I. Karađorđević eine tragische Wendung: Am 9. Oktober 1934 wurde er in Marseille von einem Mitglied einer makedonischen Terrororganisation ermordet. Zusammen mit dem König starb der französische Außenminister Louis Barthou. Dieses Ereignis war ein harter Schlag für die russische Emigration, und tausende von Weißemigranten kamen, um sich von ihrem Wohltäter zu verabschieden. Selbst Jahrzehnte später schätzen die Nachkommen der Auswanderer aus Russland alles, was dieser große Mensch für sie getan hat, und bewahren die gute Erinnerung an den ermordeten König Alexander Karađorđević.
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