In der vorrevolutionären Russland wurde der geistlichen Lebensweise der Gesellschaft große Aufmerksamkeit geschenkt, um gleiche Bedingungen für verschiedene christliche Konfessionen, einschließlich der römisch-katholischen, zu schaffen. Bis heute ist der Komplex schöner Gebäude der römisch-katholischen Geistlichen Kollegium erhalten geblieben, die auf Befehl von Kaiser Alexander I. gegründet wurde. Dafür wurde das ehemalige Anwesen des bekannten russischen Dichters Derzhavin erworben, der zu diesem Zeitpunkt bereits verstorben war. Der bekannte Architekt Alexei Michailowitsch Gornostajew übernahm die Umgestaltung des Anwesens und begann 1846 mit den Arbeiten.
Die Notwendigkeit zur Schaffung einer solchen Kollegium ergab sich aus der großen Anzahl von Katholiken im Russischen Kaiserreich, die nach der Annexion des Königreichs Polen unter Katharina II. zunahm. Die russischen Monarchen erkannten die Bedeutung eines sensiblen Ansatzes in religiösen Fragen. So wurde die Kollegium 1801 in St. Petersburg gegründet, und der Gebäudekomplex entstand 1846. Unter der Leitung von Architekt Gornostajew wurde der Bau schnell vorangetrieben, und bald war alles abgeschlossen. Fast 70 Jahre lang erfüllte die römisch-katholische Geistliche Kollegium ihre Funktionen, doch nach dem Kommen der sowjetischen Macht im Jahr 1918 wurde sie geschlossen, und das Gebäude wurde als kommunale Wohnung genutzt.
Leider wurde durch nachlässigen Umgang mit den Innenräumen in der sowjetischen Zeit die innere Ausstattung des Gebäudes nahezu zerstört, aber das Bauwerk selbst blieb erhalten. In den 90er Jahren entstand die Idee, hier ein Museum für den Dichter Derzhavin zu schaffen, und die endgültige Entscheidung wurde 1998 getroffen. Die Wiederherstellung der alten Innenräume begann Anfang der 2000er Jahre, und 2003 wurde das Museum eröffnet. Heute ist es weiterhin in Betrieb, und das äußere und innere Erscheinungsbild des ehemaligen Anwesens von Derzhavin dient als Beispiel für vorrevolutionäre Architektur.
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