Unter den zahlreichen architektonischen Denkmälern von Oranienbaum nimmt der Chinesische Palast aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts einen besonderen Platz ein, der auf Befehl von Kaiserin Katharina II. errichtet wurde. Dieser Palast ist Teil eines umfangreichen Komplexes der kaiserlichen Datscha und erhielt seinen Namen aufgrund des chinesischen Stils, in dem einige seiner Räume gestaltet sind. Das Projekt wurde von dem herausragenden italienischen Architekten Antonio Ginaldi entworfen, der eigens nach Russland eingeladen wurde, um eine Reihe von Projekten auszuführen. Er setzte alle Wünsche der Kaiserin gekonnt um.
Der Bau des Palastes begann 1862 und wurde 1868 abgeschlossen. Das Gebäude hat eine U-Form, nimmt eine große Fläche ein und ist mit zahlreichen Säulen geschmückt. Die chinesischen Innenräume entstanden durch den damaligen Modegeschmack und die Vorliebe von Katharina II. für populäre Stile. Allerdings hat der Palast sein ursprüngliches Erscheinungsbild nicht vollständig bewahrt: In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde er auf Befehl von Kaiser Nikolaus I. umgebaut. Die Architekten Stakenschneider und Bonstedt fügten dem südlichen Teil des Gebäudes ein drittes Stockwerk hinzu, was das äußere Erscheinungsbild nicht beeinträchtigte.
Der Palast war bei den Vertretern der Romanow-Dynastie beliebt, verlor jedoch nach 1917 seine Bedeutung und wurde später ein Museum. Während des Zweiten Weltkriegs blieb der Palast unbeschädigt und ist heute Teil des Staatlichen Museums-Reservats.
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