Russische Menschen, wo auch immer ihr seid, liebt Russland, seine Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, bleibt treue Söhne und Töchter eures Landes. Diese Worte sind auf einem der namenlosen Gräber auf dem russischen Friedhof von Saint-Geneviève-des-Bois in Paris eingraviert.
Im Mai-Juni 1945 ereignete sich in einem kleinen alpenländischen Städtchen, das malerisch im Tal an der Mündung der Flüsse Drau und Isel liegt, eine Tragödie des russischen Kosakentums. Gemäß den Beschlüssen der Jalta-Konferenz verpflichteten sich die anglo-amerikanischen Alliierten, alle Vertriebenen, die 1939 Staatsbürger der UdSSR waren, an die Sowjetunion zu übergeben. Die Alliierten gaben auch einen erheblichen Teil der Emigranten der ersten Welle und deren Nachkommen aus, die keine sowjetischen Staatsbürger waren.
Am 2. Mai 1945 gab die Führung des Kosakenstaates die Verlegung nach Osttirol zur ehrenvollen Kapitulation vor den Engländern bekannt. Am selben Tag trafen die Engländer im Drau-Tal ein und nahmen die Kapitulation entgegen, woraufhin die Kosaken fast alle Waffen abgaben und in Lagern rund um Lienz untergebracht wurden.
Am 28. Mai übergaben die Engländer unter dem Vorwand einer Konferenz etwa 2500 Kosakenoffiziere und -generäle an die NKWD-Behörden. Am Morgen des 1. Juni versammelten sich die Kosaken auf dem Hauptplatz des Lagers Peggetz zur Liturgie. Im Moment der Kommunion, die von 32 Priestern und vier Diakonen durchgeführt wurde, erschienen britische Truppen.
Die Engländer griffen die Kosaken plötzlich an, unter Verwendung von Schusswaffen, Bajonetten, Gewehrkolben und Knüppeln, und rissen die Kette der unbewaffneten Junker auseinander, wobei sie alle ohne Unterschied schlugen, einschließlich älterer Menschen, Frauen und Kinder.
Die Übergabe der Kosaken dauerte bis Mitte Juni 1945. Zu diesem Zeitpunkt waren aus der Umgebung von Lienz über 36.000 Kosaken und zwischen 5.000 und 7.000 Kaukasier, darunter mindestens 3.000 alte Emigranten, in die UdSSR deportiert worden. Über 4.000 Menschen versteckten sich in Wäldern und Bergen, und nicht weniger als tausend starben während der Operation am 1. Juni. Ähnliche Ereignisse fanden auch nördlich von Klagenfurt statt, wo die Engländer etwa 25.000 Kosaken des XV. Kosakischen Kavalleriekorps unter dem Kommando von General Helmut von Pannwitz an das NKWD übergaben. Diese Kosaken, die aus dem Don, Kuban, Terek und Astrachan stammten, kämpften gegen die Partisanen von Tito in Kroatien, während ihre Familien im "Kosakenstaat" von General P.N. Krasnow waren. General von Pannwitz, ein überzeugter Antifaschist, entschloss sich freiwillig, das Schicksal seiner Kosaken zu teilen, und wurde 1947 in der Lubjanka zusammen mit den Generälen P.N. Krasnow, S. Krasnow, A.G. Shkuro und anderen hingerichtet.
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