Im Jahr 1890 wurde von der Stadtverwaltung ein Grundstück dem Oberkammerherrn des kaiserlichen Hofes E. D. Naryshkin zur Errichtung eines Gebäudes der Gesellschaft für Volkslesungen zugewiesen. Das Gebäude, dessen Grundstein am 14. Mai 1891 gelegt wurde, wurde 1892 nach einem Entwurf von A. S. Tschetwerikow errichtet. Dieses solide Bauwerk aus rotem Ziegel gehört keinem bestimmten architektonischen Stil an, zeichnet sich jedoch durch hohe Handwerkskunst im Ziegelmauerwerk aus. In anderthalb Jahren erbaut, verwendete das Gebäude die modernsten Baumaterialien seiner Zeit und war mit Wasserleitungen, Abwasser und Elektrizität ausgestattet. Mit seiner Eröffnung erhielt die Stadt ein ausgezeichnetes Buchlager und einen geräumigen Versammlungssaal für 600 Personen. Auf der östlichen Seite wurde ein Anbau auf der Grundlage der alten Hauptwache errichtet, in dem die Wohnungen des Aufsehers und des Bibliothekars untergebracht waren, und ab 1894 wurde er als Buchlager genutzt. Am 1. Juli 1894 wurde die Lesestube eröffnet, die auf Befehl des Kaisers Naryshkinskaja genannt wurde. Im Gebäude wurde auch eine besondere Bibliothek eingerichtet. 1896 wurde die Ausleihbibliothek eröffnet und das historisch-ethnografische Museum eingerichtet. Die Geschichte des Gebäudes ist mit den Namen vieler öffentlicher Persönlichkeiten und Vertreter der russischen Kultur verbunden, darunter der Künstler W. D. Polenow und der Literaturwissenschaftler I. P. Chruschtschow.
Im Jahr 1918 wurde in Tambow das guberniale Kunstmuseum auf der Grundlage der Kunstabteilung der Naryshkinskaja Lesestube und der nationalisierten Werke aus den privaten Sammlungen der Arapovs, Baratynskys, Boldyrev, Naryshkins und Stroganovs gegründet. Das Museum wurde 1929 geschlossen, und seine Bestände gingen in das Heimatmuseum über. Ab 1932 arbeitete im zweiten Stock des Gebäudes das erste Tonfilmtheater in Tambow, „Komsomolets“. Im Jahr 1923 wurde der Zentralen gubernialen Buchlager an die Naryshkinskaja Lesestube übergeben, und ein Jahr später die Zentrale guberniale, die ab 1937 zur regionalen Bibliothek benannt nach A. S. Puschkin wurde. 1979 zog die Bibliothek in ein neues Gebäude um, und 1983 wurde die Kunstgalerie in das ehemalige Gebäude der Naryshkinskaja Lesestube verlegt, deren feierliche Eröffnung im Juli desselben Jahres stattfand.
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