Die Jugend wird heute von allen kritisiert, die es sich leisten können. Man sagt, sie wollen nicht lernen, kleiden sich unangemessen und ihr Verhalten überschreitet alle Grenzen. Doch auch vor 120 Jahren unterschieden sich junge Leute nicht durch sanftes Wesen. In vorrevolutionären Zeiten war Kleidung selbst in wohlhabenden Familien wertvoll. Neue Kleidung wurde für das älteste Kind gekauft, während die Jüngeren die Sachen des Älteren trugen. Sogar Gymnasiasten gingen in umgenähten Hosen und träumten von neuen, maßgeschneiderten. Einfallsreiche junge Leute erfanden, wie sie alte Hosen gegen neue eintauschen konnten. Der Gymnasiast Michail Djumajew beschrieb in seinen Memoiren einen Plan: Sie wählten einen Hof mit einem unangeleinten Hund, der einem wohlhabenden Besitzer gehörte. Sie reizten den Hund, er schnappte nach ihnen, und sie hielten ihm ein Hosenbein hin. Dann vergrößerten sie das Loch in der Hose und gingen zum Stadtpolizisten. Der Polizist stellte einen Bericht auf, wonach der Hundebesitzer den Schaden ersetzen musste. So erneuerten die Gymnasiasten die Garderobe mehrerer Kameraden.
Jetzt zu einem anderen Fall. Heute sind selbst bei Weltpremieren die Kinos nicht immer voll, aber vor 100 Jahren war das Theater die Hauptunterhaltung, und die Tickets waren teuer. In einem Theater kletterten die örtlichen Jungen zuerst über den Zaun, aber bald wurde dort ein Stadtpolizist postiert, und es wurde unmöglich, hinein zu gelangen. Der Polizist ließ niemanden hinein und war unhöflich. Die Jugend beschloss, sich zu rächen. Ihnen kam die Idee, eine hölzerne Toilette, die am Zaun stand, auf ihn zu werfen. So machten sie es: Die Gymnasiasten nahmen sie ab, schwangen sie und warfen sie über den Zaun. Der Skandal war grandios, die Vorstellung musste unterbrochen werden, und der Stadtpolizist war dort nicht mehr im Dienst.
Es gab auch harmlosere Streiche, wie das Schießen mit einer Schleuder und das Zeichnen von obszönen Wörtern an Wänden, aber das ist eine ganz andere Geschichte.
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