Dieses einzigartige Bauwerk aus dem 18. Jahrhundert erinnert an ein antikes Heiligtum mit Säulenhalle und einem geschlossenen Raum für Zeremonien. Das Auftreten solcher Kirchen in Russland wird mit den Petersburger Reformen zu Beginn des 18. Jahrhunderts in Verbindung gebracht, als architektonische Elemente von Andrea Palladio, dem bekannten italienischen Architekten der späten Renaissance, angewendet wurden, der den antiken Traditionen neues Leben einhauchte.
Die Dreifaltigkeitskirche wurde 1762 mit Mitteln des Fürsten Sergej Saltykow in seinem Anwesen errichtet. Der Fürst, bekannt als Favorit von Katharina II., konnte aufgrund seiner Leichtfertigkeit am Hof keine Karriere machen.
Der Architekt der Rotunde ist unbekannt, aber in den Archivdokumenten wird eine ungewöhnliche Grundrissgestaltung erwähnt: Vier halbrunde Apsiden bildeten ein Kreuz, und die Kirche war von einer durchgehenden Säulenhalle umgeben. Die Konstruktion wurde von einer massiven Kuppel gekrönt.
Im Jahr 1812 wurde die Kirche von den Soldaten der sich zurückziehenden französischen Armee geplündert. 1874 erwarb Edward Bromley das Anwesen, Mitbesitzer der Gesellschaft mechanischer Werke der Brüder Bromley. 1893 rekonstruierte er die Kirche nach den Plänen des Architekten Sergej Troparjewski und fügte einen steinernen Vorbau mit Glockenturm hinzu. Edward Bromley wurde auf dem Friedhof der Kirche beigesetzt.
Bis 1917 galt die Gemeinde der Dreifaltigkeitskirche als eine der ärmsten im Podolskij Ujesd. Nach der Oktoberrevolution wurde die Kirche geschlossen. Bis 1941 wurden der Glockenturm, der obere Teil und die Säulenhalle abgerissen, und das Gebäude wurde als Gemüselager genutzt, später als Lager für ein Pionierlager.
Die Dreifaltigkeitskirche ist ein seltener architektonischer Denkmal des 18. Jahrhunderts. Die Kombination aus vierblättrigem Grundriss und Säulenhalle um die Kirche ist nicht nur für Moskau, sondern auch für die Region einzigartig. Sie ist vergleichbar mit Denkmälern wie der Kirche der Geburt der Gottesmutter in Podmoklovo und der Kirche aller Trauernden Freude in der Bolschaja Ordynka.
Der Zustand der Kirche wird als unzureichend bewertet. Der Hauptkörper mit dem vierblättrigen Volumen, den Gewölben sowie Fenster- und Türöffnungen und dem Gesims aus weißem Stein ist erhalten geblieben. Die Kuppel, die Säulenhalle, der Glockenturm und der Vorbau sind verloren gegangen, ebenso wie die ursprüngliche Innenausstattung. Die Kirche muss für eine Restaurierung untersucht werden.
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