In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurde in Nyrób ein einzigartiges steinernes Architekturensemble geschaffen, das in der Region seinesgleichen sucht. Im Zentrum des Dorfes, auf einem Hügel, stehen zwei steinerne Kirchen. Zwischen ihnen, auf der Südseite, befand sich der Glockenturm, der die Hauptarchitekturdominante des Ensembles darstellte. Er bestand aus einem niedrigen viereckigen Sockel, einem hohen achteckigen Pfeiler und zwei achteckigen Türmchen mit einer Kuppel.
Trotz seiner imposanten Größe belastete der Glockenturm das Ensemble nicht, sondern verlieh ihm Ausdruckskraft. Leider wurde der Glockenturm 1934 abgerissen. Das früheste Bauwerk des Ensembles ist die fünfkuppelige Nikolauskirche, die 1704 erbaut und 1705 geweiht wurde.
Die Architektur der Kirche ist im Stil des „moskowitischen Barocks“ gehalten. Sie hat eine traditionelle Struktur: ein quadratischer Kubus, eine Apsis und ein rechteckiger Raum sind auf einer Achse angeordnet. Später wurde auf der Westseite ein Vorbau mit einem hängenden Gewicht angebaut, der während der Restaurierung des Denkmals in den 1950er Jahren entfernt wurde, da er nicht dem ursprünglichen Erscheinungsbild entsprach.
Die Nikolauskirche war bekannt für ihren Überfluss an barocken Verzierungen. Das gesamte Denkmal ist mit Steinmetzarbeiten geschmückt.
Das Innere der Nikolauskirche war ebenfalls von großem Interesse. In den Wänden, die dem Altar und dem Speisesaal zugewandt sind, wurden dreibogige Öffnungen geschaffen. Die gewölbten Decken, die hohen Fensterlaibungen in der Altarapsis und im Speisesaal sowie die Neigungen der oberen Fenster im Tempel verliehen dem Innenraum Plastizität.
In der Nikolauskirche wurde ein ungewöhnliches Phänomen entdeckt: An allen vier Seiten der Decke befinden sich Vertiefungen in Form von achtstrahligen Kreuzen, die mit hölzernen Kreuzen gefüllt sind. In den Wänden des Tempels fanden die Restauratoren Nischen mit Tongefäßen, die die Akustik verbesserten. Neben der Architektur ist die Kirche auch interessant wegen des Ikone des Heiligen Christophorus mit Hundekopf. Es gibt eine Legende über die Bauherren, die die Kirche nicht vor den Augen der Bewohner, sondern nachts errichteten. Sie bauten sie ohne Gerüste und Hebevorrichtungen, und sie erschien plötzlich, sobald die Kuppeln und Kreuze installiert waren.
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