Das Handbuch der Omsker Diözese von 1914, verfasst von Ioann Goloshubin, beschreibt die alte Kirche im Dorf Nadjesdino. Zu dieser Zeit wurden im Dorf 4 Pud 20 Pfund Wachskerzen verkauft, und jährlich 5 Pud. Im Dorf gab es eine Ministerschule, die aus dem Land- und Provinzhaushalt finanziert wurde, wo bis zu 50 Kinder beider Geschlechter unterrichtet wurden. Für den Pfarrer wurden 19 Desjatinen Ackerland bereitgestellt, für das ein Plan vorlag.
Der Priester lebte in einem guten Haus mit Scheune, Keller, Bad, Stallungen und Schuppen, die mit Mitteln der Gemeindemitglieder gebaut wurden. Der Psalmodiker mietete eine Wohnung, und das Holz erhielt die Gemeinde von einem Grundstück und kaufte es teilweise. Der Priester erhielt von der Staatskasse 300 Rubel im Jahr, der Psalmodiker 100 Rubel. Die Bruderschaftseinkünfte betrugen bis zu 450 Rubel im Jahr. Die Gemeindemitglieder besuchten aktiv die Gottesdienste und beteiligten sich gerne an der Renovierung der Kirche und der Wohnungen des Klerus. Die Osterprozessionen mit Ikonen fanden in den Häusern statt, und im Sommer nach der Aussaat wurden Prozessionen durch die Felder mit Gebeten organisiert. Am 25. Dezember, 6. Januar und an den Feiertagen besuchte der Klerus die Gemeindemitglieder mit dem heiligen Kreuz, und am 6. Januar mit heiligem Wasser.
Die Hauptbeschäftigungen der Gemeindemitglieder umfassten Ackerbau, Viehzucht und Fischerei, die auf dem Markt in Omsk verkauft wurden. Im Dorf gab es Butterfabriken. Laut dem Personalstand waren ein Priester und ein Psalmodiker vorgesehen.
Die alte Kazan-Gemeinde wurde in der Sowjetzeit zerstört. Ende des 20. Jahrhunderts wurde in Nadjesdino eine neue Kirche gebaut. Die Heilig-Kazan-Kirche ist bei den Omsker Pilgern bekannt. Sie befindet sich in der Nähe der Irtysch, wo kürzlich eine Quelle mit reinem Wasser in 40 Metern Tiefe gebohrt wurde, die für ganz Nadjesdino ausreicht. Ein Taufbecken für die vollständige Eintauchung der Gläubigen wurde gebaut. Der Glockenturm des Fürsten Wladimir erklingt mit sechs Glocken. In diesem Jahr wurde vor der Kirche ein 2,5 Meter hoher Kreuz aufgestellt.
Die Heilig-Kazan-Kirche ist berühmt für ihre Ikonen. Vor einigen Jahren geschah hier ein Wunder: Die alte Ikone des Erzengels Michael wurde erneuert. Gebete vor der Kirchenikone der Kazanischen Gottesmutter heilten ein fünfjähriges Kind, das nicht gehen konnte.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.
Um einen Kommentar zu hinterlassen, mit Google anmelden.