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Tempel des Apostels Johannes des Täufers (Campina das Missões)

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Es ist kaum zu erwarten, russische Mädchen in nationalen Kleidern und Kokoschniks in der brasilianischen Provinzstadt Campina das Missões zu treffen. Doch dieses Staunen ist nur bei Touristen zu beobachten, denn die Einheimischen sind längst an die Russen gewöhnt. Unsere Landsleute haben sich hier bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts niedergelassen. Damals wurde auch der Tempel zu Ehren des Apostels Johannes des Täufers erbaut, der zum spirituellen Zentrum wurde. Die erste Kirche hielt jedoch nicht lange und brannte nach 30 Jahren in einem Waldbrand nieder.

Im Jahr 1955 beschloss die Gemeinde, einen neuen Tempel näher zur Stadt, weiter weg von den Dschungeln, zu bauen. In der Perestroika-Ära, als der Kontakt zu anderen Ländern einfacher wurde, kam der Tempel unter die Jurisdiktion des Moskauer Patriarchats. Zu Feiertagen wie Weihnachten und Ostern kommen hier Dutzende russischsprachige Bürger und Einheimische, die das orthodoxe Christentum angenommen haben. Die Gottesdienste werden in Kirchenslawisch gehalten, was, so die Meinung der Gemeinde, hilft, die russischen Traditionen zu bewahren. Zu solchen Veranstaltungen kommen Frauen in nationalen Kostümen und Kokoschniks, was die Touristen sehr überrascht. Manchmal werden hier auch Mittagessen organisiert, bei denen nationale Gerichte serviert werden: Pelmeni, Wareniki, Borschtsch, Sülze. Auf ein Barbecue wird ebenfalls nicht verzichtet, denn in Brasilien, dem Land der "Fleischesser", wird der Verzicht auf Rindfleisch, besonders in der Fastenzeit, als Heldentat angesehen.

Mit dem Tempel Johannes des Täufers ist auch ein weiteres erstaunliches Objekt verbunden, ein Denkmal zum 100-jährigen Bestehen der russischen Gemeinde. Es ist ein Kreuz mit der Figur des Apostels Johannes des Täufers am Fuße. Daneben befindet sich eine Komposition: Ein Bauer mit einer Hacke auf der Schulter schaut nachdenklich in die Ferne, während hinter ihm eine Mutter und Tochter mit Ähren von Weizen und Sonnenblumen winken, als würden sie Grüße ins ferne Russland senden.

Geo-Punkt

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