Stadtgarten „Lipki“, das ist ein gemütlicher Ort im Stadtzentrum, wo man im Schatten entspannen, Eis genießen oder ein Buch lesen kann. Kürzlich wurde er Teil einer langen Fußgängerzone, die den Stolypin-Prospekt mit der Wolga-Straße verbindet. Doch nicht immer war dieser Ort eine grüne Oase.
Im 18. Jahrhundert befanden sich hier die Stadtgrenzen, und auf der Brachfläche weideten Tiere. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde beschlossen, einen Verwaltungsplatz zu schaffen, und hier wurde das Gebäude der Präsidialbehörden für die Saratower Beamten errichtet.
Nach dem Sieg im Krieg von 1812 wurde beschlossen, eine Kathedrale zu Ehren des Heiligen Alexander Newski zu errichten, und der Platz erhielt den Namen Kathedralenplatz. 1824 beschlossen die Behörden, auf dem Platz einen Boulevard mit Linden und einer Umzäunung zu schaffen, um ihn vor Vieh zu schützen. Es wurden 1080 Linden gepflanzt, aber aufgrund des fehlenden Wasserversorgungssystem starben die Bäume.
Der Stadtoberhaupt Maslenikov unterstützte aktiv die Begrünung, und bald begann man, den Garten „Lipki“ zu nennen. In den Jahren 1876-1877 wurden über 6000 Bäume und Sträucher gepflanzt, und im Garten entstanden Blumenbeete. In den 1880er Jahren wurde der Garten zu einem Erholungsort mit einem Orchester und kostenpflichtigem Eintritt. Unternehmer schlugen vor, hier ein Restaurant und ein Theater zu eröffnen.
Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts wurde eine Wasserleitung in den Garten gelegt und eine nächtliche Bewässerung organisiert. Es entstanden Kioske mit Eis und Getränken. 1908 wurde der Garten mit einem Metallzaun umgeben, und sonntags spielte hier ein Orchester. Die Ordnung wurde von einem Polizisten aufrechterhalten, und der Eintritt mit Hunden sowie Sachbeschädigungen waren verboten.
Nach der Revolution verfiel der Garten, und 1922 wurden 400 Bäume gefällt. Zeitungen forderten die Wiederherstellung des Gartens und schlugen vor, Eintrittsgelder zu erheben, um ihn zu erhalten. 1929 waren die Arbeiter über die kostenpflichtigen Vergnügungen empört, die ihnen die Möglichkeit zum Entspannen nahmen.
Abends wurde der Garten zu einem Treffpunkt für Randalierer, während tagsüber die Bewohner hier Schutz vor der Hitze suchten. In den 1930er Jahren wurde der Garten zu Ehren von Gorki umbenannt, aber der Name „Lipki“ blieb erhalten. An der Stelle der abgerissenen Kathedrale wurde ein Tennisstadion erbaut, das im Winter zu einer Eisbahn umfunktioniert wurde. 1944 wurde hier das Stadion „Dynamo“ errichtet.
Heute bleiben die „Lipki“ ein beliebter Erholungsort, und das Stadion „Dynamo“ ist die beliebteste Eisbahn im Winter. 1995 wurden der Garten und sein Zaun in die Liste der Objekte des historischen und kulturellen Erbes von föderaler Bedeutung aufgenommen.
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