Der Name der Gasse, in der sich dieses schöne Haus befindet, entstand bereits im 17. Jahrhundert. Hier befand sich eine Siedlung von Handwerkern, die Hüte und Mützen herstellten.
Das Herrenhaus mit der Nummer 9 in der Kolpachny-Gasse gehörte Grigori Petrowitsch Jurgenson und wurde 1912 nach den Plänen des Architekten Wladimir Glasow erbaut.
Das Gebäude vereint Renaissanceformen und gotische Elemente. Die Fassaden sind mit Stuckdetails geschmückt, darunter stechen Löwenmasken und weibliche Köpfe in Medaillons hervor.
Der Vater des Eigentümers, Peter Iwanowitsch Jurgenson, war ein bekannter Musikverleger, der sowohl in Russland als auch außerhalb bekannt war. Sein Leben dient als Beispiel dafür, wie man durch Verstand, Ausdauer und Energie viel erreichen kann.
Peter Iwanowitsch wurde 1836 in Reval (heute Tallinn) in einer armen, kinderreichen Familie des Fischers Johan Kirs und Aeta geboren. Sein Vater nahm später den Mädchennamen seiner Frau an und wurde Jurgenson. Mit 14 Jahren wurde Peter nach Petersburg zu seinem älteren Bruder Joseph geschickt, der im Musikhandel von Bernhard arbeitete. Dieses Ereignis prägte seinen Lebensweg. Etwa vier Jahre arbeitete er als Verkäufer in Musikgeschäften, dann wurde er Geschäftsführer und eröffnete 1861 seine eigene Musikfirma. Sein Gespür und seine Berechnungen enttäuschten ihn nicht. Die Förderung der Musikkultur Russlands und die Veröffentlichung von Werken russischer Komponisten wurden zu seiner Lebensaufgabe. Bis zum Ende des Jahrhunderts hatte die Firma Jurgenson 29.000 musikalische Werke veröffentlicht, darunter fast alle Kompositionen von Tschaikowski, N. Rubinstein, Arenski und anderen bekannten Komponisten, und wurde die größte in Russland.
Jurgenson war der erste Herausgeber vieler Werke von Tschaikowski, mit dem ihn eine lange Freundschaft verband. Für den Komponisten wurde in Jurgensons Haus eine Wohnung eingerichtet, in der er oft verweilte.
Nach dem Tod von Peter Iwanowitsch im Jahr 1903 übernahmen seine Söhne Boris und Grigori das Geschäft. 1918 wurde die Firma nationalisiert und in den Staatlichen Musikverlag (Gosmuzizdat) umgewandelt.
In der Sowjetzeit befand sich im Herrenhaus Jurgenson in der Kolpachny-Gasse die Vertretung der Jakutischen ASSR.
Heute hat dieses Gebäude den Status eines Objekts des kulturellen Erbes von regionaler Bedeutung.
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