Am 11. März 1883 verstarb in Baden-Baden der herausragende russische Diplomat, der Lichtfürst Fürst Alexander Michailowitsch Gorchakov. Er wurde am 4. (15.) Juni 1798 in Haapsalu geboren und war von 1856 bis 1882 Minister für Auswärtige Angelegenheiten des Russischen Kaiserreichs unter Kaiser Alexander II. und wurde der letzte Kanzler des Russischen Kaiserreichs.
Gorchakov stammte aus einer bekannten Fürstenfamilie und wurde in der Estländischen Provinz in einer angesehenen, aber nicht sehr wohlhabenden Familie geboren. Seine Mutter war eine russifiziert-deutsche, livländische Baronin. Alexander besuchte das Zarskoselski-Lyzeum zusammen mit Puschkin, der ihn als "Zögling der Mode, großen Freund des hohen Lebens, glänzender Beobachter der Sitten" beschrieb.
Diese Eigenschaften, die für einen Diplomaten wichtig sind, in Kombination mit seiner Bildung und Fähigkeit, mit verschiedenen Menschen zu kommunizieren, ermöglichten es Gorchakov, früh eine Karriere in der Diplomatie zu beginnen. Bereits mit 22 Jahren begleitete er den russischen Außenminister Nesselrode zu internationalen Kongressen, und mit 24 Jahren wurde er Sekretär der Botschaft in London, dann in Rom, und später Berater in Berlin, Florenz und Wien.
Deutschland spielte eine besondere Rolle in seiner diplomatischen Karriere. Gorchakov besuchte viele deutsche Staaten und lebte etwa vier Jahre in Frankfurt am Main. Nach der Niederlage Russlands im Krimkrieg strebte er an, die Beziehungen zu Preußen, vertreten durch Otto von Bismarck, den zukünftigen "Eisenkanzler", zu verbessern, um sich gegen Österreich und Frankreich zu behaupten.
Gorchakov wurde in der Familiengruft auf dem Friedhof des Sergiewer Primorsky Klosters beigesetzt, und sein Grab ist bis heute erhalten.
Am 2. Februar 2010 wurde auf Anordnung des Präsidenten Russlands D. A. Medwedew die Stiftung zur Unterstützung der öffentlichen Diplomatie benannt nach A.M. Gorchakov gegründet. Ihre Mission besteht darin, die öffentliche Diplomatie zu entwickeln und die Schaffung eines für Russland günstigen öffentlichen, politischen und geschäftlichen Klimas im Ausland zu fördern.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.
Um einen Kommentar zu hinterlassen, mit Google anmelden.