Eröffnungsdatum und Geschichte
Das Herrenhaus für Baron A.L. Knop wurde 1900 von dem Architekten Karl Wasiljewitsch (Gustavowitsch) Treiman erbaut. Zum Anwesen gehören auch Dienstgebäude wie ein Wachhäuschen und ein autonomes Kraftwerk, die im neugotischen Stil gestaltet sind, ebenso wie die Umzäunung.
Beschreibung
In der alten Kolpachny-Gasse erhebt sich ein wahrhaft gotisches Schloss mit einem zinnenbewehrten Turm und figürlichen Abschlüssen. Dies ist ein hervorragendes Beispiel für den neugotischen Stil, der der „tudorischen Gotik“ nahe steht.
Eigentümer und bedeutende Persönlichkeiten
Der Gründer der Kaufmannsdynastie Knop in Moskau war der aus Bremen stammende Johann Ludwig Knop. Er kam 1839 erstmals aus England nach Russland als Vertreter der englischen Firma „De Jersey & Co“ und blieb für immer hier. Dank seiner Bemühungen wurde die Textilindustrie des Landes modernisiert. Er begann, Dampfmotoren für Textilfabriken aktiv nach Russland zu importieren und sie russischen Kaufleuten in Raten zu verkaufen. Einen erheblichen Teil der Ausrüstung lieferte er unter der Bedingung, Anteile zu erhalten, was ihm ermöglichte, bis Ende des 19. Jahrhunderts Mitbesitzer von über hundert Manufakturen zu werden. In diesem Zusammenhang gab es ein Sprichwort: „Wo die Kirche ist, da ist der Pfarrer, und wo die Fabrik ist, da ist Knop“.
1852 gründete er das „Handelshaus L. Knop“, das Filialen in vielen Städten des Russischen Kaiserreichs hatte.
1877 wurde Ludwig Knop durch Erlass von Kaiser Alexander II. für seine Verdienste in der russischen Industrie der erbliches Baronat verliehen.
Knop wählte die Kolpachny-Gasse nicht zufällig für seinen Wohnsitz: In der Nähe befand sich die lutherische Kirche St. Peter und Paul, deren Gemeindemitglieder seine Familie war.
Nach dem Tod von Ludwig Knop ging das Familienunternehmen an seine Söhne Andreas (Andrej Ljwowitsch) und Theodor (Fjodor Ljwowitsch) über. Sie teilten das umfangreiche väterliche Anwesen in der Kolpachny-Gasse in zwei Teile. Andreas Knop baute das „gotische Schloss“ auf dem heutigen Grundstück Nr. 5. Andrej Ljwowitsch war Vorsitzender der Gemeinde „Piterpaul-Kirche“ und einer der Hauptspender beim Bau des neuen Gebäudes der lutherischen Kirche in den Jahren 1903 und 1905.
Nach der Revolution wurde das Herrenhaus nationalisiert. Zunächst befand sich hier die Vertretung der Ukrainischen SSR, dann das Komitee für höhere technische Bildung beim ZK der KPdSU. Seit Ende der 1930er Jahre war im Gebäude das Moskauer Stadtkomitee des Komsomol untergebracht. 1941 wurden hier Anträge von Freiwilligen entgegengenommen und Fahrkarten an die Front ausgegeben, es wurden Luftabwehrteams, Sandtruppen und Einheiten für Aufklärungsarbeiten im Hinterland des Feindes gebildet. Hier erhielt Zoya Kosmodemyanskaya ihren Auftrag für eine besondere militärische Einheit 9903.
In den 1990er Jahren befand sich im ehemaligen Haus A.L. Knop das Empfangshaus der Firma „JUKOS“.
In der Mitte der 1990er Jahre wurde das Herrenhaus restauriert, und ein Teil der vorrevolutionären Innenräume blieb erhalten.
Moderne Nutzung
Derzeit befinden sich hier verschiedene kommerzielle Organisationen.
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