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GES-2, kultureller Raum im Zentrum Moskaus

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GES-2, kultureller Raum im Zentrum Moskaus

Das Gebäude des ehemaligen Kraftwerks im Zentrum Moskaus an der Bolotnaya-Uferstraße sorgte lange Zeit für Unmut bei den Bürgern. Dieses Objekt des kulturellen Erbes Russlands wirkte leer und verlassen, bis der Unternehmer Leonid Michelson ihm neues Leben einhauchte. Er erwarb GES-2, führte eine umfassende Renovierung durch und eröffnete ein Projekt, dessen Ziel die Förderung zeitgenössischer russischer Kunst war. Die Mitarbeiter ziehen es vor, diesen Ort als Zentrum der Aufklärung und nicht als Museum zu bezeichnen.

Ein langer Weg vom Kraftwerk zum Kulturzentrum

Die Geschichte von GES-2 begann im Februar 1907, als auf der Insel Baltschug ein Kraftwerk zur Versorgung des Moskauer Straßenbahnnetzes gebaut wurde. Der Architekt Wassili Bashkirow entwarf das Gebäude im neorussischen Stil mit vielen Details und großen Fenstern. Das 100 Meter lange Gebäude war mit modernster Technik ausgestattet, darunter Schweizer Turbinen und deutsche Kessel.

Der Name GES-2 tauchte 1925 auf, zuvor hieß die Station Straßenbahnstation. Nach der Revolution und dem Machtantritt der Bolschewiki wurde sie nationalisiert und umgebaut. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Ausrüstung in den Ural evakuiert, und das Gebäude wurde durch Bombenangriffe beschädigt, da die Deutschen es als strategisches Objekt betrachteten.

Eine interessante Tatsache: Während der Bombardierungen wurden die Rohre des Kesselhauses abgebaut, um zu verhindern, dass sie als Orientierungspunkte für feindliche Flugzeuge dienten.

Mit der Entwicklung der Technologien verlor die Station allmählich ihre Relevanz. 2006 stellte sie aufgrund von Abnutzung und Unrentabilität den Betrieb ein.

Im Jahr 2014 wandte sich die V-A-C-Stiftung für zeitgenössische Kunst unter der Leitung von Teresa Mavika und mit Unterstützung von Michelson dem Gebäude zu. Die Stiftung arbeitete mit weltweiten Organisationen zusammen, und bald entstand die Idee, ein Zentrum in Russland zu schaffen. Letztendlich fiel die Wahl auf GES-2, was von dem Leiter der Kulturabteilung Kapkov unterstützt wurde.

Die Renovierung begann ein Jahr später unter der Leitung des Architekten Renzo Piano. Das Projekt sah die Wiederherstellung des historischen Erscheinungsbildes des Gebäudes mit modernen Elementen wie Solarpanelen und offenen Räumen vor. Besonderes Augenmerk wurde auf die Stuckarbeiten und die Farbe der Fassade gelegt.

Mavika und Piano bestanden auch auf der Gestaltung des Geländes rund um das Gebäude. Es wurden 620 Birken gepflanzt, die Umzäunung am Kanal wiederhergestellt und alte Turbinen zwischen den Bäumen platziert. Auch der berühmte Turm mit der Uhr wurde restauriert, an dessen Bau, so die Legende, Wladimir Schuchow beteiligt war.

Ein neues Leben für GES-2 begann am 17. August 2021, als die Stiftung die Eröffnung des Projekts ankündigte. Für die ersten Personen des Staates wurde ein spezielles Programm durchgeführt, und für die Öffentlichkeit öffneten sich die Türen am 4. Dezember. Der Ort hat große Perspektiven und zieht viele Besucher an.

Die Gestaltung von GES-2

Das Gebäude der ehemaligen Station wirkt nicht modern, beeindruckt jedoch durch seine Kraft. Die leuchtend blauen Rohre harmonieren mit dem Himmel und heben sich nicht vom historischen Erscheinungsbild Moskaus ab. Renzo Piano organisierte einen sanften Übergang in den urbanen Raum, die Fenster wurden auf Bodenniveau gestaltet, was dem Gebäude eine organische Note verleiht.

Der Haupteingang befindet sich zur Uferseite, hier sind die Kassen, ein Geschäft und ein Restaurant. Das Gebäude besteht aus Terrassen und Balkonen, jede Sektion hat ihre eigene Farbpalette. Die Räume wirken durch das Glasdach, das mit Sonnenlichtern spielt, noch leerer.

Eine interessante Tatsache: Die Monumentalität von GES-2 vermittelt den Gästen ein Gefühl der Einsamkeit, obwohl die Besucherzahl steigt.

Der Saal ist mit einem Aufzug, einem Klavier und Hebekonstruktionen ausgestattet, die den Bühnenraum vergrößern. Die Zuschauerreihen senken sich unter den Boden, und die Akustik des Saals wurde von der Firma entwickelt, die für die Pariser Philharmonie verantwortlich war. Eine Wand des Saals fehlt, was die Nutzung des Außenraums als Hintergrund ermöglicht.

Unter der Erde brodelt das Geschehen: Hier befinden sich Werkstätten, Studios und ein Raum für Klangproben. Im Erdgeschoss befindet sich das „Atelier“ mit Spielbereichen für Kinder, wo sie Produkte herstellen und kostenlos mitnehmen können. In den „Einstellungen“ wird die Verbindung zwischen Kunst und Musik gezeigt.

Es gibt keine Aufseher, sie werden durch Mediatoren ersetzt. Die Besucher können sich frei auf dem Gelände bewegen, wo Installationen zeitgenössischer Künstler ausgestellt sind. Die Eröffnung von GES-2 war ein bedeutendes Ereignis, da es in Russland keine Analogien gibt, die den Fokus auf die Einbeziehung in die Kunstproduktion legen.

Perspektiven und Herausforderungen

Politische Instabilität hat das Saisonprogramm beeinflusst, einige Projekte wurden eingestellt, darunter die Arbeiten des isländischen Künstlers Ragnar Kjartansson. Auch das Projekt „Santa Barbara“ wurde geschlossen, dessen Remake mehrere Monate lang gedreht wurde.

Teresa Mavika verließ das Projekt, um sich auf das Kulturhaus in Venedig zu konzentrieren, arbeitet jedoch weiterhin mit Michelson zusammen. Die Leitung bemüht sich, sich von der Politik zu distanzieren, was jedoch nicht immer gelingt. Ein Beispiel dafür war der Skandal um die Skulptur von Urs Fischer „Große Tonmasse Nr. 4“, die einige Moskauer als Provokation betrachteten.

Adresse und Anfahrt

Die Kassen sind von 10:00 bis 22:00 Uhr geöffnet, in GES-2 finden Veranstaltungen, Vorträge und Ausstellungen statt, es werden Dokumentarfilme gezeigt. Aktuelle Informationen und Ticketpreise können auf der Website oder telefonisch erfragt werden. Für Gruppenführungen ist eine vorherige Anmeldung erforderlich.

Adresse: Moskau, Bolotnaya-Uferstraße, Nr. 15. Das Gebäude befindet sich im Stadtzentrum, in der Nähe von Haltestellen des öffentlichen Verkehrs. Die nächsten U-Bahn-Stationen sind „Kropotkinskaya“, „Borovitskaya“, „Polyanka“ und „Tretyakovskaya“, die in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar sind.

Geo-Punkt

ГЭС-2, культурное пространство в центре Москвы

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