Die aus weißem Stein errichtete Georgievski-Kathedrale befindet sich in der Stadt Jurjew-Polski in der Region Wladimir. Der Bau wurde von Fürst Svyatoslav Vsevolodovich initiiert. Diese Kathedrale gilt als der letzte große weißsteinige Tempel, der in Russland vor dem Einfall der Tataren und Mongolen errichtet wurde.
Es gibt die Version, dass die Kathedrale auf dem Fundament der Georgskirche errichtet wurde, die 1152 beim Gründungsjahr der Stadt durch Jurij Dolgorukij gebaut wurde. Jüngste archäologische Forschungen haben jedoch gezeigt, dass sich diese Kirche möglicherweise an einem anderen, bisher nicht festgelegten Ort befand. 1230 ließ Svyatoslav, der Sohn von Wsewolod III. dem Großen Nest, die alte Kirche, die in einen schlechten Zustand geraten war, abreißen und begann mit dem Bau des neuen Tempels, der bis 1234 dauerte. Laut der Twerer Chronik trat Fürst Svyatoslav Vsevolodovich selbst als Architekt auf und leitete den Bau. Moderne Forscher unterstützen diese Sichtweise. Nicht früher als 1252 und nicht später als Ende des 14. Jahrhunderts wurde an die nordöstliche Ecke der Kathedrale die Dreifaltigkeitskapelle angebaut, in der die Beisetzung von Svyatoslav Vsevolodovich verlegt wurde.
Im 15. Jahrhundert stürzte ein erheblicher Teil der Kathedrale ein. 1471 wurde die Kathedrale auf Befehl des Großfürsten von Moskau, Ivan III., von Vasily Ermolinsky wiederhergestellt, verlor jedoch ihre ursprünglichen Proportionen und wurde gedrungener. Ermolinsky, sich der historischen Bedeutung des Bauwerks bewusst, ersetzte die eingestürzten Teile nicht durch Ziegel, sondern sammelte alle weißsteinigen Blöcke und Reliefs, konnte jedoch deren Anordnung nicht genau wiederherstellen, was zu einer Art „Rätsel“ aus Reliefs führte.
Die von Ermolinsky wiederhergestellte Kathedrale wurde mehrfach verändert und erweitert. 1781 wurde ein vierstöckiger Glockenturm hinzugefügt, 1817 wurde die Dreifaltigkeitskapelle erweitert und in einen vollwertigen Tempel umgewandelt, und 1827 wurde auf der Südseite eine Sakristei angebaut. Der alte Tempel versank buchstäblich in späteren Anbauten. 1923 wurde der Tempel geschlossen, und 1923 sowie 1936 wurden der Glockenturm, die Sakristei und die warme Kapelle im Rahmen von Restaurierungsarbeiten unter der Leitung von Peter Baranovsky und Igor Grabar abgerissen. Weitere Restaurierungen fanden 1957, 1962 und in den 1980er Jahren statt. Der Kunsthistoriker G.K. Wagner stellte die Kompositionen „Dreifaltigkeit“, „Kreuzigung“, „Die sieben schlafenden Jünglinge von Ephesus“ und andere wieder her.
Ende 2015 wurde die Georgievski-Kathedrale als besonders wertvolles Objekt des kulturellen Erbes der Völker der Russischen Föderation anerkannt. Derzeit befindet sich die Kathedrale in einem Notzustand und benötigt eine Restaurierung, die, einer Version nach, durch Magnesiumsalze beeinflusst wird.
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