Viele Entdeckungen von Julius Fedorowitsch Fritzsche, einem bekannten russischen Chemiker und Botaniker, wurden bereits zu seinen Lebzeiten praktisch angewendet, und zwar auf seine eigene Initiative.
Julius wurde 1802 in einer Arztfamilie geboren und erhielt seine ersten Kenntnisse zu Hause. In seiner Jugend erhielt er eine fundierte Ausbildung, indem er in der Apotheke seines Onkels in Dresden arbeitete. Später zog er nach Berlin, wo er in der Apotheke von Helming arbeitete und in seinem eigenen Labor Experimente durchführte.
Seine pharmazeutischen Fähigkeiten halfen ihm, eine Stelle als Assistent im chemischen Labor unter der Leitung von Professor E. Mitscherlich zu bekommen. Zu dieser Zeit beschloss Fritzsche, sich der Erforschung der Gesetze der Natur zu widmen.
Nach dem Besuch eines Vorlesungskurses an der Universität Berlin begeisterte er sich für Botanik und verteidigte 1833 seine Dissertation "De plantarum polline". Fritzsche führte die Begriffe "Intina" und "Exina" zur Beschreibung von Pollen ein. Anschließend widmete er sich mit großem Interesse chemischen Experimenten.
Seit 1834 lebte Fritzsche in Russland und arbeitete im Innenministerium, wo er die Produktion von künstlichen Mineralwässern im Kaukasus organisierte, ähnlich denen, die in Dresden, Berlin und Leipzig existierten.
Seine akademische Karriere in Petersburg entwickelte sich erfolgreich, und seine wissenschaftlichen Arbeiten begannen veröffentlicht zu werden. Ab 1852, nachdem er den höchsten akademischen Grad erlangt hatte, wurde er festangestellter Mitarbeiter eines großen wissenschaftlichen Zentrums. Julius Fedorowitsch ist Autor von über 60 wissenschaftlichen Arbeiten, von denen ein erheblicher Teil am Lehrstuhl für organische Chemie verfasst wurde.
Fritzsche trug auch zur Geschichte der Fotografie bei, indem er die ersten fotografischen Bilder und Fotogramme von Pflanzenblättern nach einer verbesserten Methode von F. Talbot erhielt.
Russland wurde für Fritzsche 37 Jahre lang zur Heimat. Er war Akademiker, Geheimer Rat und russischer Untertan, hier heiratete er, wurde Witwer und Vater. Doch starb er im Ausland, 1871 in Dresden.
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