Die Stadt Kronstadt ist nicht nur für ihre prächtige Kathedrale, Parks und Museen bekannt. Hier befindet sich auch eine einzigartige Verteidigungsanlage, das Fort "Konstantin", das direkt im Hafenbereich liegt und die Stadt von Süden her schützt. Über Jahrhunderte verteidigte diese Marinefestung die Stadt vor maritimen Bedrohungen. Heute gibt es hier einen Grenzübergang, einen Yachtclub sowie ein touristisches und historisch-kulturelles Zentrum.
Die von der UNESCO geschützten Forts von Kronstadt ziehen jährlich zahlreiche Touristen aus aller Welt an. Ursprünglich wurde dieser Komplex zum Schutz der Stadt vom Meer aus geschaffen, hat sich jedoch im Laufe der Zeit zu einem Denkmal der Festungsbaukunst entwickelt. In mehr als 200 Jahren wurde die Verteidigung von Petersburg nie durchbrochen.
Jedes Fort von Kronstadt ist eine kleine Festung auf einer künstlichen Insel. Nur wenige von ihnen befinden sich am Ufer des Finnischen Meerbusens. Der Verteidigungscomplex umfasste 19 Marineforts, von denen heute noch 17 übrig sind.
Das Fort "Konstantin" wurde als Reaktion auf den Anglo-Russischen Krieg von 1807 erbaut, als Russland dringend die Marineverteidigung von St. Petersburg verstärken musste. Im Norden der Kronstädter Reede wählte man eine Sandbank und errichtete Holzstämme, die mit Steinen gefüllt wurden, was eine stabile Grundlage für die neue Festung schuf.
Auf dieser künstlichen Insel wurde eine Holzbatterie mit einer Länge von etwa 170 m und einer Breite von 10 m gebaut. Dafür wurden Stämme verwendet, die am Ufer vorbereitet und zur Baustelle transportiert wurden. Die Batterie mit 45 Kanonen erhielt den Namen "Doppelte Südliche". Das Fort war mit modernen Waffen ausgestattet, darunter 25 Kanonen für 36-Pfund-Kugeln und 12 Einheiten 30-Pfund-Geschütze sowie modernisierten Einhorn-Haubitzen. Die Garnison des Forts bestand aus 250 Personen.
Das Fort "Konstantin" wurde während der Überschwemmung von 1824 beschädigt und bis 1826 wiederhergestellt. 1834 wurde das Fort modernisiert, indem ein Schutz gegen Angriffe von hinten und ein innerer Hafen hinzugefügt wurden. 1860 wurde der Bau des Steinfests abgeschlossen, das widerstandsfähiger gegen klimatische Bedingungen wurde.
Bis 1863 war das Fort vollständig ausgestattet, um Artillerie unterzubringen. 1866 wurden die Kasernen fertiggestellt, und später wurden zwei Verteidigungslinien zu einer zusammengelegt. 1870 wurde das Fort mit Schächten für die "versteckte Batterie" ausgestattet, was die Nachladezeit der Geschütze beschleunigte.
In den 1890er Jahren wurde das Fort umgebaut: Ein Damm wurde durch das Fort geführt, die Fläche vergrößert und neue Geschütze installiert. Auch erfolgreiche Tests mit drahtlosem Telegraphen wurden durchgeführt.
Im 20. Jahrhundert wurde das Fort "Konstantin" im Großen Vaterländischen Krieg zur Verteidigung des Oranienbaum-Platzes genutzt. 1950 fand die letzte Renovierung statt, und in den 1960er Jahren wurde das Fort aufgegeben.
Seit den 2000er Jahren ist das Fort ein Veranstaltungsort für Tanzfestivals, darunter FORTDANCE. Heute finden hier militärhistorische Rekonstruktionen und große Festivals statt. Museen, die den Leuchttürmen und der Geschichte der Festung gewidmet sind, sind geöffnet. Besucher können an Führungen durch das Fort oder an einer Bootstour entlang der Verteidigungslinie von Kronstadt teilnehmen.
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