Heute ist es schwer, einen gebildeten Menschen zu finden, der nicht von dem berühmten russischen Juwelier Peter Karl Faberzhe gehört hat, aber nur wenige wissen von dem schwierigen Schicksal seines Sohnes Agafon. Wir werden nicht über den Schöpfer der legendären Faberzhe-Eier sprechen, sondern über Agafon Faberzhe, das zweite Kind in der Familie und einen bekannten russischen Philatelisten. Agafon strebte danach, einen eigenen Namen zu schaffen, blieb aber sein ganzes Leben im Schatten des berühmten Nachnamens, und seine Geschichte scheint eine große Ungerechtigkeit zu sein.
Agafon Karlowitsch wurde am 19. Februar 1876 geboren, erhielt eine ausgezeichnete Ausbildung und wurde mit 19 Jahren einer der führenden Mitarbeiter der Firma seines Vaters. Karl Gustavowitsch vertraute seinen älteren Söhnen die Leitung der Firma an und war mit ihren Erfolgen zufrieden. Agafon war ein ernsthafter junger Mann, der neben seiner Karriere heiratete und ein Familienheim einrichtete. Sein Vater schenkte ihm ein Landhaus in Lewaschowo, und Agafon begann, sein eigenes Anwesen zu bauen. Die Ergebnisse seiner Bemühungen und der Arbeit des Architekten Karl Schmidt waren beeindruckend. Im Anwesen, neben dem Luxus verschiedener Epochen, kamen Neuerungen wie ein privates Kraftwerk und eine Wasserheizung hinzu.
Agafon Karlowitsch war ein ausgezeichneter Profi, ein fürsorglicher Familienvater und ein seltener Sammler. Seine Interessen waren vielfältig: von Philatelie bis hin zu Sammlungen von Buddha-Statuen, Gemälden, Teppichen und Vasen. Diese Idylle wurde nach einem Missverständnis zerstört, als sein Vater ihn des Diebstahls von Geldern beschuldigte, die tatsächlich ein Mitarbeiter der Firma, Otto Bauer, veruntreut hatte. Danach zog sich Agafon aus dem Familiengeschäft zurück und eröffnete sein eigenes Geschäft. Doch die Revolution änderte alles: Das Vermögen der Faberzhe wurde von den Bolschewiki konfisziert, und Agafon fand sich in den Kerkern der Tscheka wieder. 1927 gelang es ihm zu überleben und nach Finnland zu fliehen, wo er noch bekannter wurde und am 20. Oktober 1951 starb. Heute wird er erinnert, sein Name wird für Medaillen, Süßigkeiten und Briefmarken verwendet.
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