Das ethnografische Museum im Dorf Lazarewskoje wurde 1985 gegründet und ist Teil des Museums für Geschichte der Kurstadt Sotschi. Es öffnete seine Türen für Besucher am 12. Mai 1990. Die Ausstellung befindet sich in einem zweigeschossigen Herrenhaus aus dem frühen 20. Jahrhundert, das dem Kaufmann Popandopulo gehörte und 1920 nationalisiert wurde. Das Gebäude zeichnet sich durch ein mehrstufiges Dach mit dreieckigen Giebeln aus, die mit hölzernen Spitzen verziert sind, und hat Steinwände. Das Dach ist mit alten roten Ziegeln gedeckt. Vor der Revolution lebte die Familie des Eigentümers im oberen Stockwerk, im ersten befand sich ein Geschäft und im Untergeschoss ein Weinkeller. Von den 1920er bis zu den 1980er Jahren wurde das Gebäude vom Bildungsministerium genutzt, wo zunächst eine Schule für Bauern und später für die Jugend der Kolchosen untergebracht war, und ab 1936 die Lazarewskoje Mittelschule. 1986 wurde das Haus an die Kulturverwaltung übergeben, um eine Abteilung des Museums für Geschichte der Kurstadt Sotschi zu schaffen, und in diesem Jahr fand auch die letzte Renovierung statt.
Die architektonische und künstlerische Gestaltung der Ausstellung wurde vom Künstler und Architekten V.A. Gavrilov entwickelt. Die ethnografische Ausstellung, die dem Leben und der Kultur der Bevölkerung von Sotschi von den frühesten Zeiten bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts gewidmet ist, umfasst drei Säle mit einer Gesamtfläche von etwas mehr als 100 qm. Im Museum gibt es auch einen kleinen Ausstellungsraum und ein Depot.
Die Ausstellung des Museums beleuchtet die Schlüsselmomente der ethnischen Geschichte der Adygei-Schapsug, der indigenen Bevölkerung der kaukasischen Schwarzmeerküste. Sie erzählt von der traditionellen wirtschaftlichen Tätigkeit, dem sozialen und familiären Leben, den religiösen Vorstellungen, Bräuchen und Ritualen dieses Volkes. Der Kaukasuskrieg, der 1864 endete, spielte eine tragische Rolle in der Geschichte der indigenen Bevölkerung des Westkaukasus. In der zweiten Hälfte des 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Schwarzmeerküste des Kaukasus von Vertretern verschiedener Völker besiedelt, sowohl von Untertanen Russlands als auch von Ausländern, hauptsächlich aus dem Osmanischen Reich.
Die Materialien der Ausstellung spiegeln die Geografie der Migrationsbewegung und die Kultur der neuen Siedler wider, die sowohl ethnische Merkmale als auch solche umfassen, die im Prozess der Anpassung an die neuen Lebensbedingungen erworben wurden. Im Museum sind etwa 1000 Exponate ausgestellt.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.
Um einen Kommentar zu hinterlassen, mit Google anmelden.