Der Name des bekannten sowjetischen Regisseurs Sergei Michailowitsch Eisenstein ist weit bekannt durch seine herausragenden Filme. Doch nur wenige wissen von seinem Vater, Michail Osipowitsch, der ein herausragender Architekt der vorrevolutionären Epoche war und einen bedeutenden Beitrag zum architektonischen Erscheinungsbild des alten imperialen Riga leistete.
Michail Osipowitsch wurde 1867 in eine wohlhabende jüdische Familie geboren, konvertierte zum orthodoxen Glauben und erhielt eine technische Ausbildung. Nach dem Abschluss seines Studiums am städtischen Institut für Bauingenieure arbeitete er in Riga in einer gut bezahlten Position.
Im Jahr 1894 wurde er zum Militärdienst einberufen, wo er neun Jahre in verschiedenen Artilleriebrigaden und im Roten Kreuz diente. Nach Beendigung seines Militärdienstes im Rang eines Reserve-Unteroffiziers kehrte er in das zivile Leben zurück.
Jahrelanger erfolgreicher Staatsdienst brachte ihm den hohen Rang eines wirklichen Staatsrates ein, was ihm das Recht auf erbliches Adelsrecht gab.
Neben seiner Tätigkeit im Staatsdienst war Michail Osipowitsch aktiv in der Planung von Gebäuden und baute in Riga mehrere Dutzend Häuser im russischen Jugendstil. Dies war seine Lieblingsbeschäftigung. Er war auch ein leidenschaftlicher Theaterliebhaber und schmückte die Wände seiner Gebäude mit Darstellungen von Opernsängerinnen. Michail Osipowitsch sprach mehrere europäische Sprachen und sammelte hochwertige Herrenschuhe.
In seinem Privatleben heiratete er zunächst aus Berechnung die reiche Erbin Julia Konetskaja, doch diese Ehe zerbrach bald. Zum zweiten Mal heiratete er im reifen Alter in Berlin, wohin er nach den Revolutionen gelangte. Im Gegensatz zu seinem Sohn akzeptierte Michail Osipowitsch die bolschewistische Macht nicht und starb 1920 im Exil.
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