Mit Bedauern muss man feststellen, dass das mittlere Russland derzeit ein Land der verlassenen Herrenhäuser, Anwesen und Tempel ist. Doch an einigen Orten kann man einzigartige Bauwerke finden, wie das ehemalige Anwesen Istje im Starozhilovsky-Distrikt der Region Rjasan. Die Einheimischen erzählen Legenden, dass die Mutter von Peter I. aus diesen Gegenden stammen könnte.
Besonders erstaunlich ist, dass sich in Istje der einzige Hochofen in Osteuropa befindet, der dank des ersten russischen Kaisers erbaut wurde. Der Bau war kein Zufall: Vor einigen Jahren wurden in der Nähe von Istje reiche Eisenerzvorkommen entdeckt, was zur Gründung eines Hüttenwerks führte, das erhebliche Einnahmen brachte und das Wachstum des Dorfes förderte.
Die Besitzer des Werks, die Familie Chlebniko, investierten die Gewinne in die Entwicklung von Istje, indem sie Gebäude erweiterten und das Anwesen verschönerten. Die neue Eigentümerin, Anna Petrowna Poltorackaja, setzte ihre Bemühungen fort und baute mit eigenen Mitteln die Christgeburtskirche. Dieses Gebäude ist eine zweigeschossige Rotunde mit Vorhalle und Altar, gekrönt von einer Kuppel mit einer Metallkugel und einem Kreuz.
Bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts blühte die Istje-Fabrik. Ab 1874 stellte sie sich auf die Bedürfnisse der Eisenbahn um und produzierte Weichen, Schienen und Räder für Lokomotiven. Das Werk hatte ein so starkes industrielles Potenzial, dass es auch in der Sowjetzeit weiterarbeitete. Heute sind jedoch viele Bauwerke der vorrevolutionären Zeit in Ruinen, was einerseits traurig ist, andererseits aber auch eine Art Sehenswürdigkeit darstellt.
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