Historische Friedhöfe dienen laut Historikern nicht nur als Begräbnisstätten, sondern auch als wichtige Informationsquelle über die Vergangenheit der Region, in der sie sich befinden. Nach der Oktoberrevolution 1917 wurden viele Nekropolen zerstört, jedoch konnte der Jegošikhin-Friedhof im alten Perm erhalten werden, und er bewahrt zahlreiche bedeutende Gräber.
Gegründet im 18. Jahrhundert, wurde der Jegošikhin-Friedhof zur letzten Ruhestätte vieler bekannter Persönlichkeiten aus verschiedenen Epochen. 1843 wurde hier der Ikonenmaler Peter Prokofjewitsch Vereschagin, der Gründer der berühmten Künstlerdynastie, beigesetzt. In den folgenden 75 Jahren bis zur Revolution entstanden hier Gräber von herausragenden Persönlichkeiten wie dem Helden der Schlacht von Borodino, Major Nikolai Afanasjewitsch Teplow, der 1813 an seinen Verwundungen starb, dem talentierten permischen Architekten litauisch-polnischer Herkunft Rudolf Iosifowitsch Karwowski (1896), einer der ersten russischen Ärztinnen Jewgenija Pawlowna Serebrjannikowa (1897), dem Historiker und Schriftsteller Alexander Alexejewitsch Dmitriew (1902), dem Protopresbyter Wassili Alexejewitsch Burdin (1911), dem Arzt und Heimatforscher Pawel Nikolajewitsch Serebrjannikow (1917) und vielen anderen.
Mit dem Kommen der sowjetischen Macht wurde der Friedhof zum Ort von Hinrichtungen und Begräbnissen der Opfer. Im Frühling 1919 entdeckten Soldaten der Armee von Admiral Koltschak die Leichen der Gräfin Anastasia Wasiljewna Gendrikowa und der Jekaterina Adolfowna Schneider, die wegen ihrer Treue zur Zarenfamilie ermordet worden waren. Ihre Überreste wurden auf dem Jegošikhin-Friedhof beigesetzt, und an ihrem Grab wurde inzwischen ein Kreuz errichtet.
Heute funktioniert der Friedhof weiterhin. Nach langen Jahren des Vergessens wurden zwei alte Kirchen, die 1832 und 1905 erbaut wurden, wieder für Gläubige geöffnet. Zuerst wurde die Kirche Allerheiligen, bekannt als „Neufriedhofskirche“ (Architekt Swijasjew), errichtet, gefolgt von der Kirche der Himmelfahrt der Gottesmutter, die nach den Plänen des Architekten Oschjogow gebaut wurde.
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