Das Gebäude wurde in den Jahren 1811-1813 nach dem Entwurf des Stadtarchitekten T. S. Kondratiev errichtet. Der erste Eigentümer war der Woronescher Fabrikant Wasilij Wasiljewitsch Tulinoff. Das Anwesen erstreckte sich von der Bolschaja Dworjanskaja bis zur Malaja Dworjanskaja Straße und umfasste Ställe, Gewächshäuser, Heuschober und Eiskeller. Nach dem Tod von Tulinoff ging das Haus testamentarisch an seine Söhne Wasilij und Jakow über. In den Jahren 1818 und 1820 hielt sich hier der Kaiser Alexander I. auf, und 1832 kam Nikolai I. zur Eröffnung der Reliquien des Heiligen Mitrophan. Im Juli 1837 verbrachte der zukünftige Kaiser Alexander II. zusammen mit dem Dichter W. A. Schukowski zwei Tage hier. Schukowski fertigte mehrere Skizzen vom Balkon an und traf sich mit dem Woronescher Dichter A. V. Kolzow, zu dessen Andenken 1969 eine Gedenktafel angebracht wurde.
Nach dem Tod der Brüder wurde 1842 ihr Eigentum unter den Kindern aufgeteilt. Zunächst gehörte das Haus der Gräfin Jelisaweta Wasiljewna Tolstaja (geb. Tulinoff), die es dann ihrem Vetter Wasilij Jakowlewitsch Tulinoff übergab. 1864 eröffnete der neue Eigentümer nach einer umfassenden Renovierung im Flügel die erste öffentliche Bibliothek in Woronesch. In den späten 1850er und frühen 1860er Jahren lebte hier A. S. Suvorin, der als persönlicher Sekretär von Wasilij Jakowlewitsch arbeitete. 1873, nach der Abreise von Tulinoff nach Sankt Petersburg, ging das Gebäude an die Brüder Veretennikov, Alexander und Mitrophan, die Renovierungen durchführten, Steinställe und eine Kutschebau errichteten und den Flügel umbauten. Im Sommer 1909 erwarb der Adelige A. A. Babanin das Herrenhaus, das er bald in Teilen verkaufte.
1912 kaufte der Notar Iwan Timofejewitsch Boldyrew das Hauptgebäude, und hier wurde das Gymnasium Tschernozubow eingerichtet. Nach der Oktoberrevolution wurde das Haus nationalisiert, und zum zehnten Jahrestag der Oktoberrevolution wurde darin das Museum der Revolution eröffnet. Vor dem Großen Vaterländischen Krieg befand sich hier die Redaktion der Zeitung "Molodoj kommunar". Während des Krieges wurde das Gebäude stark beschädigt, und bis 1943 blieb nur das Gerüst übrig: das Giebeldach stürzte ein, das Dach brannte ab. 1951 wurde das Gebäude nach dem Entwurf des Ingenieurs W. P. Glotow wiederhergestellt und wurde zu einem architektonischen Denkmal. 2011 wurde die Fassade restauriert. Heute befindet sich in dem Gebäude das Zentrum für wissenschaftlich-technische Informationen, eine Filiale der FGBU "Russische Energieagentur".
Das zweigeschossige Gebäude ist im Empire-Stil gestaltet. Seine Fassaden sind mit Stuck und Pilastern verziert, und das Giebeldach wird von vier ionischen Säulen gestützt.
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