In den Jahren 1913-1914 errichteten die Architekten W.E. Dubowskoy und N. Archipow auf dem Grundstück der Familie Stulovs ein Mietshaus im klassischen Stil. Dieses beeindruckende Wohnhaus zeichnet sich durch die Gestaltung des Vestibüls aus, die vom Künstler I.I. Nivinsky ausgeführt wurde. In den Decken-Nischen und an den Wänden sind Malereien zu sehen, und auf beiden Seiten des Eingangs befinden sich Figuren von Atlanten. Über den Wohnungstüren befinden sich kleine Reliefs. Die Einzigartigkeit des Gebäudes liegt darin, dass die reiche dekorative Ausstattung nicht nur im Vestibül, sondern auch in allen Wohnungen vorhanden ist. Bis heute sind die originale Stuckverzierung der Decken, die Türen, kleine reliefartige Einlagen und malerische Deckenleuchten erhalten geblieben.
Es gibt die Meinung, dass sich im obersten Stockwerk eine Wohnung befand, die an ein modernes Penthouse erinnerte: Die repräsentativen Räume zeichneten sich durch hohe Decken aus, und die Decke des großen Raumes war in Form von gotischen Gewölben gestaltet, von wo aus man atemberaubende Ausblicke hatte. Die Dekoration des Gebäudes ist vom Moskauer Empire inspiriert, aber die Details sind nicht einfach kopiert, sondern ausdrucksvoll stilisiert. Der Eingangspfortal ist mit Figuren von Slawen geschmückt, die in Hörner blasen. Der zentrale Risalit zwischen zwei Erkern endet in einer halbrunden, kassettierte Nische in Form einer antiken Grotte mit Figuren antiker Göttinnen. Diese Skulpturen blicken von oben auf die Stadt und sind nur aus der Ferne zu sehen.
Die Eigentümer und Bauherren des Hauses waren die Brüder Peter und Nikolai Timofeewitsch Stulov, Mitbesitzer des Moskauer Kaufhauses „Handelshaus der Brüder Stulov“, das sich auf den Handel mit „russischen Kleidern“ spezialisiert hatte. Ihre Werkstatt befand sich in den Wirtschaftsgebäuden dieses Anwesens, während das Geschäft im Hotel „Loskutnaya“ an der Twerskaja Straße lag. Die Brüder waren mit Sergej Jessenin und seinem Freund N. Kluev bekannt, für die sie „russische Kostüme“ auf Bestellung für verschiedene Auftritte schneiderten. Nach der Revolution verließen die Eigentümer das Haus und gingen nach Deutschland, wo sie starben.
In den Jahren 1919 und 1920 war hier die Moskauer Niederlassung des Verlags „Weltliteratur“ unter der Leitung von W.F. Chodasewitsch untergebracht. In den 1920er Jahren lebten in diesem Haus die bekannte Teilnehmerin der Narodnaja-Wille-Bewegung V.N. Figner, der Historiker S.K. Bogojawlensky, die Literaturwissenschaftler N.K. Gudzij und V.M. Friche. Derzeit gehört das Haus dem Puschkin-Museum für Bildende Kunst, und eine Rekonstruktion wird vorbereitet.
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