Bis 1905 gehörte das Grundstück an der Ecke der Offiziersstraße (heute Dekabristenstraße) und des Englischen Prospekts der Witwe des Oberst Maria Ivanowna Maslowa. An dieser Stelle stand ein vierstöckiges Haus, das Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut wurde. 1905 erwarb der Goldindustrielle und Stadtverordnete Pjotr Ivanowitsch Kolzow das Grundstück von der Tochter Maslowas.
Bis Ende 1907 wurden die alten Gebäude abgerissen, und an ihrer Stelle wurde nach dem Entwurf des Architekten Alexander Alexandrowitsch Bernardazzi ein neues Haus errichtet. Bernardazzi, bekannt für seine Arbeiten im Stil des nordischen Jugendstils und des Nationalstils, schuf ein Gebäude mit einer ungewöhnlichen Kombination romantischer Elemente. Das Haus erhielt schnell den Spitznamen "Märchenhaus" aufgrund seiner skurrilen Fensterformen, Balkone und des Eckturms sowie der Verkleidung aus Naturstein und den bunten Majolika-Paneelen.
Im Jahr 1909 berichtete die Publikation "Zodtschij", dass Kolzow 1908 den Auftrag an den Bauunternehmer Wsewolod Doroschewski erteilt hatte, an dieser Stelle ein Mietshaus zu bauen. Bernardazzi, inspiriert vom Haus der Perzows in Moskau, entwarf ein Projekt, das zu einem bemerkenswerten Phänomen in der Architektur Russlands wurde. Im März 1909 stellte Kolzow einen Bauantrag, und bereits im Dezember waren die Hauptarbeiten abgeschlossen. Bernardazzi überwachte persönlich den Bau und bestellte die Majolika für die Verkleidung des Hauses.
Es wird angenommen, dass die Elemente des Gebäudes nach Skizzen von Michail Wrubel geschaffen wurden, was dem Haus ein theatrales Aussehen verlieh. Der Bildhauer Konstantin Rausch von Traubenberg schmückte die Fassade mit einer Skulptur des Phönix, der den Eckerker stützt.
Das "Märchenhaus" wurde schnell bei der kreativen Elite der Stadt beliebt. Die Nähe zum Mariinski-Theater zog hier Theaterleute und Schauspieler an. Zu den bekannten Bewohnern gehörte die Ballerina Anna Pawlowa, weshalb das Haus den Namen "Haus von Anna Pawlowa" erhielt. Von 1910 bis 1916 lebte auch der Architekt Bernardazzi selbst hier, und in den 1930er Jahren der Bildhauer Matwej Manizer.
Im Winter 1942 brach im Haus ein Feuer aus. Die Bewohner und Feuerwehrleute kämpften gegen die Flammen, konnten jedoch nur den Innenhof des Gebäudes retten. Nach dem Krieg wurde das Haus abgerissen, es blieben nur die Innenhofflügel erhalten. Die 1944 zurückkehrenden Bewohner fanden nur noch die ausgebrannte Hülle des Gebäudes mit Resten von Mosaiken und Balkonen vor.
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