Das Haus in der Mansurovsky-Gasse 9 ist den Forschern des Schaffens von Michail Bulgakow als das Haus des Meisters bekannt. Der Schriftsteller ließ sich von seiner Architektur und Inneneinrichtung inspirieren und schrieb hier mehrere Kapitel seines berühmten Romans.
Im späten 19. Jahrhundert gehörte das Gebäude den Kaufleuten Toplenin. Ihre Söhne waren von der Kunst begeistert, weshalb sich hier oft kreative Persönlichkeiten versammelten, darunter auch Michail Bulgakow. Er besuchte nicht nur die Familie Toplenin, sondern übernachtete manchmal auch bei ihnen. Ihm wurde ein Zimmer im Souterrain zugewiesen, wo er beobachtete, wie zuerst die Beine der Passanten, dann die Schuhe sichtbar wurden und später die grünen Fliederbüsche erschienen, was den Frühling ankündigte.
In diesem kleinen Zimmer arbeitete Bulgakow an dem Roman, verbrachte Tage am Ofen und schrieb neue Kapitel für „Der Meister und Margarita“. Das Interieur des Zimmers fand seinen Niederschlag in der Beschreibung der Wohnung des Meisters: „Ich öffnete die Fenster und saß im zweiten, ganz kleinen Zimmer... Hier ist das Sofa, gegenüber ein anderes Sofa, und dazwischen ein Tischchen, und darauf eine wunderbare Nachttischlampe, und näher zum Fenster die Bücher. Ach, wie schön war meine Umgebung!“ Bulgakow erzählte auch seinen Freunden, dass genau dieses Zimmer das Prototyp der Wohnung des Hauptcharakters wurde.
In den 1980er Jahren ging das Gebäude an den Künstler Wladimir Kurski. Zu diesem Zeitpunkt war es in einem schlechten Zustand, aber Kurski nahm mit Begeisterung die Restaurierung in Angriff, stellte das Anwesen wieder her und richtete Bulgakows Zimmer so ein, wie es zu seinen Zeiten war. Heute ist das Haus in der Mansurovsky-Gasse 9 ein Objekt des kulturellen Erbes von regionaler Bedeutung.
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