Der Lobanow-Rostowski-Palast, bekannt als das Haus mit den Löwen, ist eines der bekanntesten Gebäude in Sankt Petersburg. Er wurde zwischen 1817 und 1820 nach einem Entwurf von Auguste Montferrand, dem berühmten Architekten der Isaakskathedrale, errichtet. Die Skulpturen an der Fassade, einschließlich der Löwen, die dem Haus seinen Spitznamen gaben, wurden vom Bildhauer Paolo Triscorni geschaffen.
Die Lobanow-Rostows lebten kaum in diesem Haus, da es ursprünglich zur Vermietung gedacht war. Im Jahr 1821 schalteten sie eine Anzeige in Zeitungen, in der sie den "Beletage mit Blick auf den Platz und die Wosnesenski-Straße sowie zwei Säle auf derselben Etage, geeignet für Konzerte und Maskeraden", zur Miete anboten.
Im Erdgeschoss befand sich die erste Lithografie in Sankt Petersburg sowie Mühlen- und Kleinwarenläden und ein Portier. Im ersten Stock lebten wohlhabendere Handwerker wie Handschuhmacher und Schuhmacher sowie verschiedene Abteilungen, darunter die Kommission für den Bau der Isaakskathedrale und das Proviantamt des Militärs. Die Beletage wurde fast vollständig vom Proviantamt eingenommen. Im dritten Stock wohnten verschiedene Personen: Madame Orsenius mit einem Pension, der Verwalter der Fürstin Lobanowa, Schneider, Maler, Beamte und Fachleute, die am Bau der Isaakskathedrale beteiligt waren.
Im Haus mit den Löwen gab es auch eine einzigartige Einrichtung, die "Kosmorama". Hier zeigte der Hamburger Maler Sur Ansichten verschiedener Städte und Sehenswürdigkeiten und erzeugte einen stereoskopischen Effekt durch spezielle Optik und Beleuchtung. Besonders beliebt waren die Ansichten von Berlin, Potsdam, Hamburg, Wien, Rom, arktischen Landschaften, Inquisitionszellen und der Blick auf Taganrog mit dem Haus, in dem der Kaiser Alexander starb.
Das Haus mit den Löwen könnte das erste Gebäude in Russland und möglicherweise sogar der Welt gewesen sein, das in einer Lotterie gewonnen wurde. A.J. Lobanow-Rostowski plante, eine Million Rubel-Lotterielose herauszugeben und das Haus zu verlosen, aber Nikolaus I. verbot dieses Vorhaben und schlug vor, das Haus an den Staat zu verkaufen. Zusammen mit dem Haus wurde die einzigartige Bibliothek verkauft, die der Fürst gesammelt hatte, wofür Nikolaus I. Lobanow-Rostowski eine lebenslange Rente gewährte.
Nach der Übergabe des Hauses an die Staatskasse unterbrachte Nikolaus I. dort das Kriegsministerium Russlands, das fast hundert Jahre in dem Gebäude blieb. In der Sowjetzeit war hier eine physikalisch-mathematische Schule tätig.
In den 2000er Jahren begann ein neues Kapitel in der Geschichte des Hauses mit den Löwen, als dort möglicherweise das schickste Hotel in Petersburg, das Four Seasons, eröffnet wurde.
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