Das Haus Rakow, bekannt als Geschäft "Kinderspiel" oder "Schnecke", wurde 1911 für den Kaufmann Peter Stepanowitsch Rakow erbaut. Entworfen wurde es vom kalugischen Stadtarchitekten Wasilij Dmitrijewitsch Winogradow. Bei der Bauweise wurde ein interessantes architektonisches Mittel verwendet: Da die Straßen Kirova und Lenina in einem untypischen Winkel aufeinandertreffen, wurde der Haupteingang so gestaltet, dass dies verborgen bleibt.
Peter Stepanowitsch Rakow wurde 1869 in der Oblupskaja-Straße (heute Theatralnaja) in einer Familie eines mittelständischen Kaufmanns geboren. Ihr altes Haus (Theatralnaja, 9) befindet sich gegenüber dem Denkmal für K.E. Tsiolkovski. Peter half seinen Eltern im Handel, schloss die Stadtschule ab und kehrte nach dem Militärdienst in seine Heimatstadt zurück, wo er Nadjeschda Wasiljewna Zawjerina, die Tochter eines bekannten kalugischen Kaufmanns, heiratete.
Seine Handelsaktivitäten begann Peter 1894 nach dem Militärdienst. Nachdem er sich einen Namen gemacht hatte, wurde er 1899 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung und trat dem Handels- und Industriekomitee bei der Staatsbank bei, was ihm ermöglichte, einen Kredit für den Bau eines modernen Herrenhauses-Geschäfts zu erhalten.
Im Erdgeschoss des Hauses befand sich ein Warenhaus, im zweiten Stock Wohnräume, ein Büro und ein Saal, in dem bis 1917 die Vertreter der Stadtverordnetenversammlung tagten. Rakow war bekannt als Förderer: Er organisierte eine kostenlose Bibliothek, und eine der Leserinnen führte seinen Sohn Kolja als Dank auf Ausflüge durch Kaluga. Später wurde Kolja ein bekannter Komponist und Professor am Moskauer Konservatorium.
Nach der Revolution von 1917 übergab Peter Stepanowitsch freiwillig das Haus und die Werte dem Staat und arbeitete in seinem ehemaligen Geschäft. 1932 wurde er ins Gebiet Archangelsk verbannt, wo er 1944 starb. Im zweiten Stock seines Hauses befand sich von 1918 bis in die 1930er Jahre und nach dem Krieg der Stadtrat, von dessen Balkon aus die Stadtführer sprachen.
Am 14. März 1908 wurde das sechste Kind der Familie Rakow, Nikolai, geboren, der sich schon in der Kindheit für Musik begeisterte. 1926 trat er am Moskauer Konservatorium ein, wo er bei Reinhold Glière studierte. Nach seinem Abschluss im Jahr 1931 blieb er als Dozent und wurde 1943 Professor. Nikolai Rakow bildete viele bekannte Komponisten aus und schrieb Lehrbücher zur Orchestrierung. Er starb am 3. November 1990 in Moskau und wurde auf dem Don-Friedhof beigesetzt.
Leider sind viele dekorative Elemente des Hauses Rakow nicht erhalten geblieben, und über seine Schönheit kann man nur anhand alter Fotografien urteilen. Heute wird das Gebäude als Einkaufszentrum genutzt.
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