Das im XVIII. Jahrhundert vom sächsischen Unteroffizier und Wirt Georg Heydenreich erbaute Haus befand sich an der Ecke der Newski- und der Admiralitätsstraße, was ihm Popularität verschaffte. Zu verschiedenen Zeiten beherbergte es Geschäfte, ein Hotel und die größte Handelsbank Russlands.
Die Geschichte des Gebäudes begann mit dem ersten Haus am Newski-Prospekt, das sechs Jahre nach der Fertigstellung der Admiralität im Jahr 1705 entstand. Die Straße wurde auf Befehl von Peter I. anstelle einer Waldlichtung angelegt und wurde zu einem der am besten ausgestatteten Teile Petersburgs. Hier wurden die Straßen gepflastert, Bäume gepflanzt und Steinhäuser gebaut. Der Handel an den Straßenrändern wurde verboten, um die Sauberkeit im Stadtzentrum zu bewahren. Am Newski wurden erstmals Öllampen installiert, die später durch Gas- und elektrische Lampen ersetzt wurden.
Das vierstöckige Gebäude im Stil des russischen Klassizismus entstand Ende 1770. Georg Heydenreich baute es für seinen persönlichen Wohnsitz und zur Verlagerung seines Wirtshauses. 1781 wurde das Wirtshaus „Stadt London“ genannt und galt als eines der angesehensten in Petersburg. Hier übernachteten wohlhabende Gäste, darunter ausländische Gesandte und Kaufleute. Später wurden zwei sechsstöckige Flügel an das Gebäude angebaut.
Das Wirtshaus „London“ war bis zur ersten Viertel des XIX. Jahrhunderts das beste Hotel in Petersburg. Zu seinen Gästen gehörten der Erbprinz von Hessen-Darmstadt, Kaiser Joseph II. von Österreich und der englische Arzt Grogal. Hier lebte auch der bekannte Friseur Lund. Das Wirtshaus wurde von Mitgliedern der Freien Ökonomischen Gesellschaft und des Deutschen Theaters besucht. Nach dem Abriss der Admiralität und dem Auftauchen des Admiralitätsboulevards nahm die Anzahl der Besucher zu. Es wird angenommen, dass das Wirtshaus bis zur Mitte der 1870er Jahre bestand.
Nach Heydenreich wurde das Haus von dem Gastronomen Philipp Jakob Demuth und dann von dem Kaufmann Wilhelm Greff übernommen. Ende des XIX. Jahrhunderts erwarb Generalmajor Alexander Ivanovich Gluchovsky das Gebäude, das er vermietete. 1912 ging das Haus an die Petrograder Privatbank, die erhebliche Mittel in seine Rekonstruktion investierte.
Die Urheberschaft des ersten architektonischen Entwurfs des Hauses ist unbekannt, aber seit 1737 genehmigte die Kommission für den Bau in Sankt Petersburg die Projekte. 1765 genehmigte die Kommission den Bebauungsplan für die ersten Blöcke des Newski-Prospekts. In der Literatur wird oft erwähnt, dass der Schöpfer des Hauses Wladimir Zeidler war, der für die Umgestaltung des Gebäudes in den Jahren 1910-11 verantwortlich war. Er fügte Halbsäulen hinzu und machte das Gebäude eklektischer und näher am Neoklassizismus.
Bis 1770 befand sich an der Stelle des Hauses die Werkstatt des Bildhauers Étienne Maurice Falconet. Im Wirtshaus-Hotel „London“ übernachteten bekannte Literaten wie Herzen und Adam Mickiewicz. Hier fand auch Sergej Trubetzkoy während des Dekabristenaufstands Zuflucht. Im Haus eröffneten verschiedene Geschäfte und Büros, darunter eine Buchhandlung und die Lithografie von Giuseppe Daciaro.
Von 1911 bis 1917 arbeitete hier die Petrograder Privatbank. Nach der Revolution ging das Haus in den Staatsbesitz über und beherbergte einen großen Verlag. In der Sowjetzeit wurde das Gebäude für verschiedene Institutionen genutzt.
Heute befindet sich in diesem historischen Gebäude die Vertretung Stockholms, und in der Nähe liegen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.
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