Russland ist bekannt für seine Holzarchitektur, und viele Gebäude in unserem Land haben einzigartige Merkmale. Heute reisen wir nach Tyumen, um zu erfahren, was diese sibirische Stadt zu bieten hat. Eines der schönsten und elegantesten Gebäude hier ist das Haus des Kaufmanns Wassili Petrowitsch Burkov. Laut verschiedenen Quellen wurde das Anwesen 1898 erbaut, und anscheinend hatte der Unternehmer einen guten Geschmack. Im Haus kann man Muster des Mehrblattes sehen, das eine starke kinderreiche Familie symbolisiert, geschnitzte Fensterrahmen und eine elegante Palmette. Sogar der Eingangsbereich ist ein eigenes Kunstwerk.
Was den Kaufmann Burkov betrifft, so handelte er mit Brot und war Gründer einer Ziegelfabrik, die etwa 500.000 Ziegel pro Jahr produzierte. Viele Häuser in Tyumen wurden genau aus Burkovs Ziegeln gebaut. Wassili Petrowitsch war eine aktive Person und strebte nach der Entwicklung seiner Heimatstadt. Er förderte über die Stadtverordnetenversammlung ein Projekt zur Elektrifizierung der Straßen, organisierte den "Club der Arbeiter von Tyumen" und gab die Zeitungen "Tobolskij kraj" und "Sibirischer Stimme" heraus, in denen Artikel von politischen Exilanten veröffentlicht wurden. Doch die Tyumener Gendarmerie billigte eine solche Aktivität nicht, und 1906 wurden der Club und die Zeitungen geschlossen.
Burkov lebte ein erfülltes Leben und starb 1911, wobei er das Haus und das Vermögen seiner Frau hinterließ. Sie führte das Geschäft bis 1917 weiter, als die Unternehmen nationalisiert wurden. Die Nachkommen des Kaufmanns zogen weg, und in Tyumen blieben nur zwei seiner Töchter. Laut einigen Berichten wurde in den ersten Jahren der sowjetischen Macht das Herrenhaus in einen Kindergarten umgebaut, den die Enkelin Burkovs besuchte. Man kann nur erahnen, welche Gefühle sie hatte, als sie in das ehemalige Haus ihres Großvaters kam.
Später musste der Kindergarten das Gebäude verlassen, das dem ersten Sekretär des Oblastkomitees gefiel. In den 90er Jahren erlebte das Anwesen schwere Zeiten, es verfiel schnell und stand kurz vor der Zerstörung. Glücklicherweise wurde das Haus 2006 vollständig restauriert.
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