Das Häuschen an der geraden Seite der Bolschaja Lubyanka, das an einen Lebkuchen erinnert, erhielt sein heutiges Aussehen erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts, obwohl seine Geschichte im 18. Jahrhundert beginnt. Zu dieser Zeit war das Grundstück weitläufig und reichte bis zur Miljutin-Straße, einschließlich des Gebiets des modernen Hauses Nr. 15. Im ersten und im Untergeschoss des Gebäudes sind die Gewölbe aus dem späten 18. Jahrhundert erhalten geblieben. Seit 1738 gehörte es Fürst M.A. Golizyn und später W.G. Tschertkow. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts befand sich hier ein privates Mädchenpensionat, das von der Frau eines Lehrers für Deutsch und Literatur an der Moskauer praktischen Akademie für Handelswissenschaften, Johann-Bernhard (Iwan Danilowitsch) Petrosilius, geleitet wurde. Er war der erste Lehrer des Schriftstellers A.S. Griboedow, der ihm ein Leben lang freundschaftlich verbunden blieb.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts ging das Grundstück an die Oberstleutnant M.I. Chvostowa über und dann an den Rigaer Bürger und Lithografen Fjodor Fjodorowitsch Siwers, der 1892 das Gebäude nach den Plänen des Architekten I.G. Kondratenko erheblich umbaute. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ging das Grundstück an seinen Neffen, den Architekten Wladimir Iwanowitsch Tschagin, der die Fassade vollständig veränderte, inspiriert von Elementen der Gotik.
Im Jahr 1909 befanden sich im Haus die Moskauer Gesellschaft für Alphabetisierung und das Handelsunternehmen „F. Pramms und A. Vogel“, das sich auf den Verkauf von Moskauer Waren spezialisierte. In den Jahren 1907-1910 mietete hier eine der Gesellschaften für gegenseitige Feuerversicherung Räumlichkeiten. Zur gleichen Zeit eröffnete im Haus das Elektrokino „Rekord“, in dem Filmvorführungen in drei Akten mit Pausen stattfanden. Im ersten wurden filmische Szenen aus Musicals und Kino-Chroniken gezeigt, im zweiten eine Dramatik und im dritten humoristische Sketche.
In den ersten Jahren der Sowjetmacht befand sich im Erdgeschoss die demokratische Bierstube von Mosselprom, die in den 1950er Jahren von einer Pelmeni-Stube abgelöst wurde, die vielen Moskauer in Erinnerung geblieben ist.
Heute befinden sich in diesem Gebäude eine Apotheke und ein Café.
Kommentare
Noch keine Kommentare. Seien Sie der Erste.
Um einen Kommentar zu hinterlassen, mit Google anmelden.